Klimaschutz oder Rendite?

Leserbrief vom 31. Oktober 2018 - 15:00

Zum Artikel vom 24. Oktober 2018 "Manche Eichen müssen weichen"

Global denken, lokal handeln. Im integrierten Ortsentwicklungskonzept für Dagersheim von 2015 ist es schriftlich festgehalten: "Die Waldflächen im Süden der Gemarkung sind wichtige CO-2-Senken und tragen so zum globalen Klimaschutz bei. Sie filtern Luftschadstoffe der A81 und B464. Der Dagersheimer Wald ist daher auch in großen Teilen als Klimaschutz- und Immissionsschutzwald ausgewiesen".

Leider hat der Borkenkäfer dieses Jahr großen Schaden angerichtet, deshalb musste bereits eine sehr große Anzahl von Fichten im Vorderen Wald von Dagersheim gefällt werden. Zusätzlich geplant war nun die Fällung vieler Buchen und Eichen, insbesondere ortsnah, am Spielplatz bei den Sportanlagen. Geplant ist in diesem Bereich eine Verjüngung und Verkauf der Bäume auf dem internationalen Markt. Im September 2018 hat die Fraktion der Grünen den Stopp der geplanten Baumfällarbeiten im Dagersheimer Wald beantragt. Das Waldkonzept soll, so der Antrag der Fraktion der Grünen, erneut in den Gremien vorgestellt und diskutiert werden, so dass Ortschaft- und Gemeinderat erneut entscheiden können ob an den geplanten Fällungen festgehalten werden soll oder die Fällungen ausgesetzt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Gremien den intensiven Erholungsbetrieb im vorderen Wald, seine Funktion als Filter für Luftschadstoffe, CO-2-Speicher und Wasserspeicher berücksichtigen und durch dieses Umdenken Schaden von den Bürgern abwenden. Wenn auf die Verjüngung verzichtet wird und in diesem Bereich keine Bewirtschaftung stattfindet, können die Bäume alt werden und zum Klimaschutz in viel größerem Maße beitragen, als es junge Bäume vermögen.

Gabriele Göhner, Dagersheim