Bayernwahl: Eine Abrechnung

Leserbrief vom 29. Oktober 2018 - 12:36

Zum Ergebnis der Landtagswahl in Bayern vom 15. Oktober

Nur mit den Freien Wählern konnte die bayrische Identität (gute Wirtschaft, innere Sicherheit und gesicherte Eigenbrötlerei) gerettet werden. Seit der Agenda 2010 hat die SPD ihren Charakter verloren und jetzt die Quittung bekommen. Gerechtigkeitssprüche in Richtung "kleine Leute" und dann massenweise das Gegenteil beschließen ist von den Wählerinnen als Betrug erkannt worden. Laut Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt ist das Ergebnis der Bayernwahl auch eine Abstimmung gegen die Groko. Bei der altersbedingten Sturheit der CDU-Mitglieder wird Merkel als Vorsitzende wiedergewählt werden und damit der SPD-Untergangsweg beschritten.

Die Fokussierung aller Politteilnehmer auf AfD-Skandälchen versperrt den Blick auf viel Wichtigeres, wie zu niedrige Renten, prekäre Jobs, zu hohe Mieten und das Monster der ungerechten Vermögensverteilung. Die Eliten, oder Volksbeherrscher wider dessen Willen, können mit der Überbeachtung der AfD gut leben, da sie mittel- bis langfristig dazu führt, dass die politische Macht im bürgerlich-liberalen Lager bleibt und Gewerkschaften sowie Sozialverbände marginalisiert werden.

Der Erfolg der Grünen beruht vor allem auf dem Wohlstand ihrer Wähler. Ihr vermeintlicher Sieg ist aber nicht mehr als eine Verschiebung der Gewichte innerhalb von Rot-Grün. Von dem trüben Alltag vieler Deutscher ist der typische Grünen-Wähler weit entfernt. Es geht zudem nicht, dass die Ex-Grünenvorsitzende Rebecca Harms und Co. dauernd Hass gegen das Putin-Russland predigen und auch die völkerrechtswidrigen Kriege der NATO befürworten. Außerdem unterstützen sie die Anerkennung des politisch gefährlichen Islams, obwohl schon zehn dieser Organisationen, laut Verfassungsschutzbericht verboten wurden. Außerdem befördern sie die Illusion der europäischen Finanz- und Schuldensolidarität, wobei viele Staaten nur holen wollen, derzeit 18 von 28.

Der einzige Vorzeige-Grüne ist der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, der leider in der Partei wenig zu sagen hat. Er müsste eine Führungsposition einnehmen. Es ist die Illusion eines, nur behaupteten, nahezu unerschöpflichen Reichtums, die jedes Nachdenken über "Obergrenzen" et cetera als unmoralische Kälte erscheinen lässt. Dieser vermeintliche Reichtum aber basiert auf einer andauernden Manipulation ökonomischer Grunddaten seit der Bankenkrise in 2008 (in der Bundesbank liegen immer noch rund 340 Milliarden Euro an Schrottpapieren aus 2008). Je länger die Schönfärberei von Pleitebanken, einer gescheiterten Unionswährung oder bankrotter Staaten dauert, desto tiefer wird der Fall der wohlstandsgrünen Wählerschaft mit dem Aufprall auf die harte Realität. Das wird wahrscheinlich in einer epochalen Umwälzung enden.

Josef Eder, Weil im Schönbuch

Anm. d. Red.: Die Partei der Grünen unterstützt nachweisbar keine völkerrechtswidrigen Militäreinsätze. Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ist in diesem Jahr mit umstrittenen Aussagen zu Flüchtlingen durch die Medien gegangen. Unter anderem spekulierte er öffentlich darüber, dass ein Radfahrer mit dunkler Hautfarbe, der ihn beinahe angerempelt habe, sicher Asylbewerber sei, denn "so benimmt sich niemand, der hier aufgewachsen ist mit schwarzer Hautfarbe."