Türkisch in den Lehrplan aufnehmen

Leserbrief vom 25. Oktober 2018 - 18:24

Zum Artikel "Türkischen Unterricht streichen?" vom 12. Oktober

Als dieser Unterricht in den 70er Jahren anfing, gehörte ich zu jenen, die daran teilgenommen haben. Dort habe ich meine Herkunftssprache Türkisch schreiben und lesen gelernt.

Ich war und bin sehr froh darüber, denn das bedeutet ebenfalls eine Sprache und eine Kultur mehr für mich und die Gesellschaft. Jede Sprache und Kultur ist es wert, unterrichtet zu werden.

Seit über 40 Jahren wird dieser Unterricht durch die Konsulate gegeben. Hier arbeiten die türkischen Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam mit.

Als Mutter von zwei Kindern und seit 2005 Schriftführerin im Türkischen Elternverein unterstütze ich den muttersprachlichen Unterricht. Unser Vereinsziel ist die Bildung und Förderung unserer Kinder. Gemeinsam führen wir Veranstaltungen (Internationales Kinderfest, besondere Feiertage und Gedenkfeiern) durch.

Da der Unterricht freiwillig ist und nur bei genügend Anmeldungen und Anfragen angeboten wird, ist es den Schülern gegenüber ungerecht, die daran teilnehmen wollen, wenn er wegen zu geringer Nachfrage nicht stattfindet. Es ist an der Zeit, dass auch hier eine Reform kommt.

In vielen Arbeitsbereichen und Berufen wird nach der Muttersprache gefragt. Auch ist es bewiesen, dass Schüler in der Lage sind, mehrere Muttersprachen gleichzeitig zu lernen.

Wir wollen, dass der muttersprachliche Unterricht verpflichtend in den Stundenplan aufgenommen und ein benotetes Fach wird. Ich unterstütze den Vorschlag des Grünen-Abgeordneten Daniel Lede Abal.Dieser will den Umbau des Unterrichts in der Verantwortung der Kultusverwaltung. Dies würde die Gesellschaft wertschätzen und stärken, davon bin ich überzeugt.

Bedriye Aslantas-Tuna, Böblingen