OB Stefan Belz hätte für das Zaubertheater kämpfen müssen

Leserbrief vom 22. Oktober 2018 - 15:48

Zum Artikel "Strotmann: Zaubertheater auf dem Flugfeld hätte Chefsache sein müssen" vom 13. Oktober

Meine Befürchtungen, dass die träge Vorgehensweise der Stadt Böblingen und des Zweckverbands Flugfeld ein Steilpass für die Stadt Leonberg ist, bestätigt sich im veröffentlichten Interview mit Leonbergs Bürgermeister Martin Kaufmann, der wohl zu bestimmten Vorschriften eine fortschrittlichere Denkweise hat. Für den Bau des Theaters in Böblingen hätte der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz kämpfen müssen. Eine kulturelle Bereicherung seiner Stadt könnte er als Sahnebonbon für seine Karriere verbuchen. Die kurze Entfernung vom Bahnhof sowie von der Autobahn zum Theater spricht für Böblingen.

Es ist wirklich lachhaft, wenn die Stadt Böblingen für die Entscheidung eine Bürgerbefragung auf den Tisch bringt. Wo war denn die Bürgerbefragung bezüglich des Neubaus einer Klinik auf dem Flugfeld? Da wurde sehr schnell dem Wunsch des Landrats Roland Bernhard nachgegeben, vielleicht wohlwissend, dass durch eine Bürgerbefragung dieses Projekt nie zustande gekommen wäre. Andere Städte suchen heutzutage dringend nach Wohnraum. Böblingen nicht; hier wird bester Wohnraum mit einer Klinik (obwohl schon an anderer Stelle vorhanden) zugedeckt.

Ich fordere Oberbürgermeister Belz auf, Thorsten Strotmanns Theaterprojekt doch noch möglich zu machen. Die Bürger wären dabei sicher alle auf seiner Seite.

Herbert Schweizer, Weil im Schönbuch

Anmerkung der Redaktion: Die Stadtverwaltungen haben, was das Zaubertheater betrifft, nicht von einer "Bürgerbefragung" gesprochen, sondern von einer "Bürgerbeteiligung". Bei Letzterer handelt es sich um eine zwingende, gesetzlich verlangte Vorgabe, wenn ein neuer Bebauungsplan aufgestellt oder ein bestehender geändert wird. Dieses Verfahren findet auch beim Klinikneubau statt.