Streuobstwiesen pflegen und erhalten

Leserbrief vom 22. Oktober 2018 - 15:30

Zum Artikel in der Wochenendausgabe vom 6. Oktober "Ein Apfel" von Susanne Hamann

Am vergangenen Wochenende war ich bei der Apfelernte dabei. Wir haben mit technischer Unterstützung zu sechst etwa sechs Stunden lang zirka eine Tonne Obst zum Abgeben eingesammelt. Pro Doppelzentner bekamen wir dann sechs Euro - ich war ziemlich enttäuscht.

Wir liegen hier am Rand des größten zusammenhängenden Streuobstwiesengebietes Europas. Diese Kulturlandschaft ist unsere Heimat. Sie wird gepflegt von Neu- und Ersatzpflanzungen, Baumschnitt, dem Mähen der Wiesen, Ernten und Verwerten der Erträge. Damit vollziehen wir aktiven Natur- und Umweltschutz. Wir sorgen für Insekten und Vögel sowie für ein biologisch wertvolles Nahrungsmittel. Jedoch bleiben wir mit dem Aufwand für die Gemeinschaft alleine zurück.

Eine finanzielle Beteiligung und Wertschätzung dieser Arbeit ist notwendig. Der Landkreis Böblingen gehört mit zu den wirtschaftlich stärksten Landkreisen Deutschlands. Es gibt ein mehrseitiges Förderprogramm des Landes, völlig umständlich und unverständlich in der Umsetzung. Dieser Landkreis könnte eine Förderung für diese wichtige Arbeit ohne großen Aufwand leisten. Es benötigt keine Beratungen der Landes- oder Bundesverwaltung noch einen Ruf nach Unterstützung der Europäischen Union. Seit 2005 hat sich die Zahl der Obstbäume um die Hälfte reduziert. Der Mehrwert der Erhaltung und Förderung der Streuobstwiesen muss mehr Anerkennung finden, damit das nicht so weitergeht. Wir wollen unsere Heimat so schön erhalten.

Waltraud Frasch, Holzgerlingen