Gewissenskonflikt für Peter Aue

Leserbrief vom 15. Oktober 2018 - 17:36

Zum angestoßenen Mediationsverfahren im Streit um teure Fernwärme in Böblingen

Der von OB Stefan Belz vorgeschlagene Weg einer professionellen Meditation mit der IG Fernwärme, den Stadtwerken und der Stadtverwaltung macht Sinn, und der Preis von 50 000 Euro dürfte marktgerecht sein. Schade eigentlich, dass man das überhaupt braucht. Dass sich aber die IG Fernwärme auch noch an den Honorarkosten beteiligen sollte, war ja schon ein starkes Stück. So fand ich den Vorschlag des Gemeinderats Gottfried Ringwald, die IG Fernwärme davon zu entbinden, mehr als gerecht. Dem kam OB Belz noch entgegen, wenigstens einen symbolischen Betrag, und wenn es nur ein Euro wäre, zu erheben, aber der Gemeinderat lehnte das mehrheitlich ab.

Das jetzige Fernwärmeproblem ist doch nicht durch die Bürger entstanden, sondern durch die Stadtwerke und durch die Verwaltung. Das Abstimmungsergebnis spricht nicht gerade für Bürgernähe bei einigen Gemeinderatsmitgliedern. Am schlimmsten aber ist, dass man die Bürgerschaft in zwei Lager spaltet, in die "mit" und "ohne" Fernwärme, gerechte Verteilung sieht anders aus. Folgende Frage stellt sich für mich noch: Was passiert, wenn während oder nach der Meditation das Kartellamt eine Entscheidung fällt? Ich nehme an, dass in beiden Fällen ein Kompromiss rauskommt. Und welchen Vorschlag nimmt man? Ist der spätere Vorschlag besser, kann man ja wohl seine einmal gefällte Entscheidung nicht mehr ändern.

FDP-Gemeinderat Helmut Kurtz schlug vor, Herrn Peter Aue von der IG Fernwärme in den Aufsichtsrat der Stadtwerke zu wählen. Trotz aller Bemühungen der Aufgabe als Aufsichtsrat gerecht zu werden, ist es absolut nicht in Ordnung, jemand in solch einen Gewissenskonflikt zu bringen. Trotzdem sagte Peter Aue nach langem Zögern zu, sich aufstellen zu lassen. Das hat Gott sei Dank nicht geklappt. Er wird in der IG Fernwärme dringend gebraucht.

Reinhard Knoblich, Böblingen