Tannenberg zur Tempo-30-Zone machen

Leserbrief vom 02. Oktober 2018 - 15:06

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Bei der Ergreifung von Maßnahmen zur Sicherung des Schulweges zur Eichendorffschule ist eine isolierte Betrachtung des Herdweges nicht ausreichend. Als Anwohner am Tannenberg sehe ich es als zwingend erforderlich an, den Schwalbenweg und die Sudetenstraße, welcher als Hauptschulweg vom Tannenberg zur Eichendorffschule genutzt wird, in die Betrachtung miteinzubeziehen. Ein ähnlich rücksichtsloses und verkehrsgefährdendes Verhalten, wie es am Herdweg der Fall ist, kann auch hier beobachtet werden. Daher hatte ich bereits zu einzelnen Personen über Facebook und E-Mail Kontakt, auch habe ich den Sachverhalt bereits auf der Homepage "Ärgernisse Fußverkehr" beschrieben. Umso mehr bin ich darüber erfreut, dass die Bedenken der Bürger im Stadtrat angekommen sind und aufgegriffen werden.

Der Schwalbenweg und die Sudetenstraße sind als Vorfahrtsstraße angelegt, es sind 50 Stundenkilometer erlaubt und zudem verläuft die Straße stark abschüssig. Es werden hier bergab mitunter hohe Geschwindigkeiten gefahren, teilweise weit über 70 Stundenkilometer. Bergauf ist das gleiche Bild zu beobachten, die Steigung animiert zum Gas geben. Die Tatsache, dass morgens und mittags sehr viele Kinder zu Fuß oder mit Fahrrädern auf dem Weg zur Eichendorffschule oder auf dem Rückweg nach Hause sind, scheint hierbei die Verkehrsteilnehmer nur bedingt zu interessieren. Es wird ungebremst an den Kindern vorbeigerast, es ist reine Glückssache, dass hier noch nichts passiert ist.

Auch kann man häufig beobachten, dass die Fußgängerüberwege auf Höhe des Ganssees und kurz vor der Einmündung in den Herdweg seitens der Verkehrsteilnehmer ignoriert werden. So werden Kinder am Überqueren der Straße behindert oder dabei durch enges Vorbeifahren gefährdet. Ersteres Verhalten konnte ich sogar schon einmal bei einem Linienbus beobachten. Zudem ist der Fußgängerüberweg auf Höhe des Ganssees sehr schlecht beleuchtet, andere Überwege in Böblingen wurden hingegen bereits mit moderner LED-Technik nachgerüstet. Wie auch der Herdweg wird der Schwalbenweg und die Sudetenstraße (im weiteren Verlauf über den Herdweg) als Ausfallstraße zur Kaserne und zur Autobahn genutzt. Daher ist gerade morgens, analog zum Herdweg, ein hohes Verkehrsaufkommen zu beobachten, was die Situation für die Kinder, sicher zu Schule zu gelangen, nicht einfacher macht.

Betrachtet man den Schulwegeplan der Stadt Böblingen kritisch, stellt man sehr schnell fest, dass man nicht sicher von Schwalbenweg/Sudetenstraße zur Eichendorffschule gelangen kann. Daher ist auch in diesem Bereich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer überfällig, noch wünschenswerter wäre eine Tempo-30-Zone mit "Rechts vor Links." Dass seitens der Stadt gerne angeführte und auch in der Kreiszeitung vorgebrachte Argument "es muss geprüft werden, ob negative Auswirkungen für den Busverkehr zu erwarten seien", kann kein Grund sein, einen nachweislich unsicheren und gefährlichen Schulweg nicht sicherer zu gestalten und somit die Gefährdung der Schulkinder billigend in Kauf zu nehmen. Auf der Diezenhalde gilt zum Beispiel durchgehend Tempo 30 und "rechts vor links", obwohl auch hier diverse Buslinien unterwegs sind. Im Zweifel müssen Busrouten optimiert oder Fahrpläne angepasst werden.

Daher möchte ich die Verantwortlichen eindringlich bitten, sich bei Betrachtung der Situation am Herdweg, auch der Situation am Tannenberg (Schwalbenweg/Sudetenstraße) anzunehmen. Es ist eine ganzheitliche und übergreifende Lösung erforderlich, eine isolierte Betrachtung des Herdwegs würde nur einen kleinen Teil des Problems lösen.

Michael Hübner, Böblingen