Grenzwerte andernorts deutlich höher

Leserbrief vom 27. September 2018 - 14:24

Zum Artikel "Stickoxide: Dicke Luft in der Poststraße" vom 25. September

Die Stadt Böblingen zum Handeln zwingen? Ebenso wie die Stadt Stuttgart am Neckartor. Die "Wichtigtuer der Deutschen Umwelthilfe (DUH)" haben derzeit nur das "eine" im Sinn. Mit brachialer Gewalt Fahrverbote, am besten gleich für alle Dieselfahrzeuge, erzeugen. Am Neckartor in Stuttgart, wäre - wie in der Böblinger Oberen Poststraße - das Problem schnell gelöst. Einfach die Messstation übers Jahr an drei verschiedenen Punkten der Straße aufstellen und ich würde darauf viel wetten - die Werte würden allesamt unter den ominösen 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Atemluft liegen. Fall gelöst.

Aber nein, krampfhaft wird an diesen beiden "wichtigsten" Mess-Standorten festgehalten, um ja nicht in Misskredit zu geraten. In Böblingen wäre beispielsweise die Jahresmessung an der Ecke Kelterweg/Obere Poststraße ganzjährig unterhalb der 40 Mikrogramm - obwohl höchstens 20 Meter vom ursprünglichen Messpunkt entfernt. Was für ein Irrsinn.

Und kein Wunder: In der Oberen Poststraße befinden sich auf 100 Metern Straße fünf Fußgängerüberwege, drei "Kreuzungen" und eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit! Man weiß, je langsamer der Verkehr, desto höher die Feinstaubbelastung. Also am Besten die Poststraße zur Fußgängerzone umfunktionieren und den Verkehr nach "Timbuktu" verlagern.

Stattdessen sollen abertausende Dieselfahrer mit Fahrverboten belegt werden, nachdem sie guten Glaubens einen Diesel-Pkw erworben hatten. Und wer will guten Gewissens behaupten, dass der "40 Mikrogramm-Schwellenwert" noch "gesetzmäßig" ist!? Aber ja, den "Schwarzen Peter" trägt dabei die EU. Sie brachte ja angeblich den Wert zu Gesetzesehren. Noch immer gilt in Deutschland an Arbeitsstellen ein Grenzwert von meist 900 Mikrogramm. Das wäre doch mal ein "gefundenes Fressen" für die DUH. Aber dafür gibt es keine staatliche Unterstützung.

Und vielleicht sollten sich die Entscheider auf Landes- und Stadtebene mal bei unseren bestimmt genauso gesund denkenden Schweizer Nachbarn erkundigen. Dort sind Werte von bis zu 6000 Mikrogramm an Arbeitsstellen erlaubt.

Werner Maucher, Altdorf