Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Leserbrief vom 24. September 2018 - 16:18

Zum Artikel "Moderne Wohnungen, bezahlbare Mieten" und zum Kommentar "Nur Gewinner" vom 22. September.

"Ma soll an Narra koi halbfertigs Gschäft seha lassa!", pflegte mein Vater gelegentlich zu sagen. Dennoch möchte ich mich in die Lobgesänge der Berichterstattung über den Neubau an der Schönaicher Straße mit ein paar kritischen Anmerkungen einmischen.

"Moderne Wohnungen, bezahlbare Mieten". Dieser Schlagzeile stimme ich ohne Einschränkung zu.

Im Kommentar jedoch finde ich eine Aussage über den Bauplatz, die nicht ganz meiner Sichtweise entspricht: Vormals stand hier ein Fachwerk-Bauernhaus mit angebauter Scheune. Bis zum Tod der Besitzerin war dies in ordentlichem Zustand, erst nach und nach begann der Verfall. Dieses Gebäude passte sich nahtlos in die Umgebung ein. Dies kann ich von der Neubebauung nicht behaupten.

Das Gebäude an sich ist sicher ein gut konzipierter Zweckbau, aber ich empfinde ihn an dieser Stelle als Fremdkörper. Zudem ist die Zufahrt und Ausfahrt zu beziehungsweise von der Tiefgarage nur über die vielbefahrene Schönaicher Straße möglich. Da kommt Freude auf, wenn sich ein Bewohner mit seinem Pkw zwischen 6.30 und 8 Uhr Richtung Südanschluss begeben möchte. Außerdem würde mich brennend interessieren, wo in diesem Quartier noch Platz für fünf Stellplätze ist. Nur Gewinner - ich weiß nicht ob die Nachbarin in der Lindenstraße dies genauso sieht.

Wenn ich die täglichen Verkehrsströme rund um dieses Gelände sehe, wäre vielleicht der Bau eines Kreisels bedenkenswert gewesen.

Siegfried Binder, Holzgerlingen