Warum kein Pressegesprächmit dem CDU-Trio?

Leserbrief vom 19. September 2018 - 16:36

Zum gleichen Interview.

Ist es seriös, von Einstimmigkeit zu sprechen, wenn die Mehrheit der Gesellschafter nicht zur Gesellschafterversammlung erschienen ist? Ist es seriös, von Einstimmigkeit zu sprechen, wenn die anwesende Minderheit gar nicht über einen staatlichen Hilfsfonds abgestimmt hat? Welchen Eindruck möchte Bernd Hommel beim Leser mit seiner Interpretation von Einstimmigkeit in seinem Interview wecken?

Um nicht das Falsche zu denken, kann jeder Gesellschafter der Interessengemeinschaft Erdhebungen in den Protokollen zu den vergangenen Gesellschafterversammlungen nachlesen, welche verbindlichen Beschlüsse bezüglich eines staatlichen Hilfsfonds gefasst bzw. nicht gefasst wurden. Gibt es irgendeinen Gesellschafter, der einen Beschluss zu einem staatlichen Hilfsfonds, wie ihn das CDU-Trio fordert, in einem Protokoll zur Gesellschafterversammlung gefunden hat? Ich und viele andere, mit denen ich gesprochen habe, kennen keinen einzigen Gesellschafter, dem ein solcher Gesellschafterbeschluss bekannt ist und der einen solchen staatlichen Hilfsfonds per Gesellschafterbeschluss abgelehnt hat.

Scheinbar besteht die von Herrn Hommel öffentlich geäußerte und einstimmig beschlossene Strategie lediglich in einer Akklamation, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Die Ablehnung eines staatlichen Hilfsfonds und die Kritik daran scheint hingegen nicht ganz zu Ende gedacht zu sein, denn es ist doch heute schon klar, dass die Deckungssumme der Versicherung nicht ausreicht. Alle Medien berichteten darüber und die Deckungslücke dürfte eher größer als kleiner werden. Auch Bernd Hommel führt diesen Sachverhalt in seinem Interview an. Zudem ist es schwer zu glauben, dass der Landtag, ohne Zusagen durch die Landesregierung, ein zweites Mal über Entschädigungen zu den Böblinger Erdhebungen beschließen wird - nämlich einmal zum Rangrücktritt beziehungsweise Verzicht auf die Sanierungskosten und ein weiteres Mal, zu einem späteren Zeitpunkt, zur Übernahme der vorhandenen Deckungslücke. Die Forderung des CDU-Trios, alles in einem staatlichen Hilfsfonds zu bündeln, scheint mir deshalb nicht nur sinnvoll, sondern auch zwingend angebracht zu sein. Es wäre zudem der richtige Zeitpunkt, denn eine verbindliche Zusage der Landesregierung würde den Streit um die Entschädigung befrieden, was wiederum heißt, dass viele Gerichtsprozesse erspart bleiben würden. Leider wurde bisher nur viel und sehr kontrovers über das CDU-Trio geschrieben. Weshalb führt die Kreiszeitung eigentlich kein Pressegespräch mit diesem Trio, damit der Leser eine aktuelle Stellungnahme aus erster Hand zu lesen bekommt?

Erich Weiß, Böblingen