Wehe der Geister, die ich da rief!

Leserbrief vom 28. August 2018 - 17:12

Zum Artikel "Die Hoffnung heißt Allianz" vom 23. August über den Streit um Entschädigungszahlungen für Erdhebungsschäden

KRZ-Redakteur Michael Stürm redet in seinem Kommentar zum Artikel "Die Hoffnung heißt Allianz" von einer Geisterdebatte bezüglich eines Hilfsfonds. Viele der Beteiligten fragten sich, ob es nicht eher eine Märchenstunde war? Denn sie erinnerten sich genau an die Worte von Landrat Roland Bernhard von vor drei Jahren. Ebenfalls Michael Stürm schrieb damals in der Kreiszeitung vom 25. Juli 2015: "Bernhard kündigte an, dass er bereit sei, ,ein Notprogramm' mit öffentlichen Geldern zur Behebung der Gebäudeschäden aufzulegen, wenn es nicht gelinge, sich mit den Versicherungen binnen eines Jahres zu einigen." Gehört hat man seit diesen blumigen Worten des Landrats nie wieder etwas und es sind auch keine Taten gefolgt, obwohl das Jahr mehrfach vergangen ist.

Vermutlich dachte sich Landrat Bernhard "Wehe der Geister, die ich da rief", als ihn einer der Anwesenden auf der Veranstaltung an sein Versprechen erinnerte.

Die Betroffenen sind nicht unzufrieden mit Landrat Bernhard und sie sind auch nicht unzufrieden mit der Interessengemeinschaft Erdhebungen (IGE). Sie sind aber unzufrieden mit ihrer Situation und wollen keine leeren Versprechungen mehr hören. Sie wollen sich auch nicht mehr länger hinhalten lassen. Zehn Jahre sind genug! Eigentlich haben sie nicht nur Anspruch auf Entschädigung, sondern sie hätten auch Schmerzensgeld verdient - für entgangene Lebensfreude und entgangene Lebensqualität, weil sie immer noch in kaputten Häusern leben müssen. Ohne einen staatlichen Hilfsfonds wird es meiner Meinung nach nicht gehen!

Daniela Braun, CDU-Kreisrätin und -Stadträtin in Böblingen