Schäden in vollem Umfang begleichen

Leserbrief vom 28. August 2018 - 17:12

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Wenn Michael Stürm meint, bei der Forderung nach einem Hilfsfonds des Landes für die Entschädigung der durch die Erdwärme-Bohrung Geschädigten in Böblingen handele es sich um eine "Geisterdebatte", irrt er oder er hat es nicht verstanden. Schon jetzt, bei nur rund 40 Prozent gutachterlicher Anerkennung der gemeldeten Schäden (entspricht 6,7 Millionen Euro) für das nördliche Hebungsgebiet steht fest, dass die Versicherungssumme der Allianz bei Weitem nicht ausreichen wird. Selbst dann nicht, wenn, wie Landrat Bernhard hofft, das Land auf die Erstattung der - ohne Rechtsgrundlage! - dem Landkreis ersetzten Sanierungskosten und auch die Stadt Böblingen und die sonstigen Versorgungsbetriebe auf ihre Sanierungsauslagen verzichten.

Deshalb wird es ohne langwierige Gerichtsverfahren nicht zur Auszahlung auch nur eines einzigen Euros durch die Allianz kommen. Dies umso weniger, als es neben den Sachschäden auch wegen erheblicher Forderungen wegen der Wertminderung der Grundstücke lange Gerichtsverfahren geben wird. Am Ende aller Verfahren soll dann die Versicherungssumme bei Einstimmigkeit aller Forderungssteller quotenmäßig verteilt werden.

Es geht bei der Forderung nach einem Hilfsfonds des Landes eben gerade nicht um eine "schnellere Entschädigung, raschere Sanierung, frühere Abwicklung", wie Michael Stürm schreibt. Es geht dem "kleinen Grüppchen Betroffener unter lauter Mithilfe dreier CDU-Gemeinderäte" (so die Formulierung von Stürm) vielmehr um die Zusage des Landes, dass den unter erheblicher Mitwirkung und vor allem Mitverantwortung des Landes durch die Bohrungs-Geschädigten "die Schäden in vollem Umfang beglichen" werden, wie selbst der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Erdhebungen, Thomas Treutler, auf der Veranstaltung am 22. August überraschenderweise ebenfalls gefordert hatte. "Der Vorwurf des politischen Profilierungsversuchs im Vorfeld der Kommunalwahlen" gegenüber den drei CDU-Stadträten (wie ihn Michael Stürm in seinem Kommentar formuliert) ist deshalb nicht nur falsch, sondern schlicht unseriös - unter der Gürtellinie.

Fritz Ott, Böblingen