Wir sollten das aktuelle Geschehen in Syrien behandeln

Leserbrief vom 22. August 2018 - 19:42

Zu: Merkel - Putin - Syrien

Da wir ja doch alle nun mal tagtäglich nahezu gleichermaßen so wohlwollend wie wohltuend die Vorteile der Arbeitsteilung als eine der bedeutendsten kulturhistorischen Erkenntnisse der Menschheit begreifen, sollte uns - und zumal uns in Anbetracht unseres speziellen historischen Schuldenkontos - nichts davon abhalten, auch das aktuelle Geschehen in Syrien entsprechend zu behandeln und also Herrn Putin und seinem Schützling Assad vorerst noch und bis zu dem ihnen genehmen Ende das Bomben und Zerbomben dieses Landes zu überlassen und uns alsbald hiernach maßgeblich am menschendienlichen Wiederaufbau des also Ge- und Zerbombten gemäß unseres (nicht zuletzt zufolge unzureichender inländischer Pflege, Bildung, Infrastruktur etc.) überbordenden Vermögens zu beteiligen. Und in höheren politischen Sphären scheint - zumal Putin immer nachdrücklicher Europa zur Hilfe beim Wiederaufbau in Syrien aufruft und betont, es komme jetzt auf humanitäre Hilfe für das syrische Volk an - eben dies ja auch bereits so beschlossen zu sein. Auf dass denn auch in Syrien wieder Worte wie die von Karl Gottlieb Lappe wahr werden mögen: "O wie schön ist deine Welt, Vater, wenn sie golden strahlet! Wenn dein Glanz herniederfällt Und den Staub mit Schimmer malet."

Wolfgang Ott, Weil im Schönbuch