Es geht nur um ein Prozent der Gesamtsumme

Leserbrief vom 13. August 2018 - 13:24

Zu: Kindergeldmissbrauch

Ende Juni waren es 15,29 Millionen Kinder, die Kindergeld erhalten. 12,27 Millionen dieser Kinder haben die deutsche Staatsbürgerschaft, rund drei Millionen sind Ausländer. Die allermeisten von ihnen leben in Deutschland.

268 336 Kinder beziehen im europäischen Ausland Kindergeld vom deutschen Staat. Darunter sind aber auch 31 512 Kinder mit deutschem Pass - etwa weil ihre Eltern für einen deutschen Arbeitgeber im Ausland arbeiten.

Insgesamt wurden 2017 auf Konten im EU-Ausland 343 Millionen Euro an Kindergeld überwiesen - zum Vergleich: Die Gesamtausgaben Deutschlands für das Kindergeld liegen bei mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr. Es handelt sich also hier um rund ein Prozent des Kindergeldes, welches der deutsche Staat zahlt.

Seit 2009 sind auch in Deutschland die Geburten um rund 20 Prozent gestiegen. Forderung, das Kindergeld entsprechend der Wirtschaftskraft des Landes, in dem die Kinder wohnen, anzupassen, würde also auch die 31 512 Kinder von Deutschen treffen.

Als nächstes könnte man natürlich auch die Wirtschaftskraft der verschiedenen Bundesländer als Maßstab nehmen. Zum Beispiel würde in Mecklenburg-Vorpommern dann nur noch die Hälfte des Kindergeldes von Baden-Württemberg erhalten.

Für Saisonarbeiter wie Erntehelfer oder Biergarten-Bedienung werden zurzeit keine Sozial-Abgaben für 70 Tage bezahlt. Wenn diese Leute im Alter keine vernünftige Rente erhalten, kann ihr Staat ja dafür auskommen. Ausländisches Pflegepersonal bekommt sehr oft die Überstunden nicht bezahlt. Nach dem Grundgesetz sind wohl alle Menschen gleich, aber das soll wohl nicht für "Ausländer" gelten, oder?

Wohlgemerkt, wenn der Staat betrogen wird, muss er kontrollieren. Auch bei dem deutschen Bürger.

Kurt Lindemeyer, Steinenbronn