Pseudoerfolge bei den Erdhebungen

Leserbrief vom 13. August 2018 - 13:18

Zu: "Erdhebungen bringen die CDU-Fraktion ins Wanken"

Seit Jahren feiert Herr Treutler, Geschäftsführer bei der Interessengemeinschaft Erdhebungen, zusammen mit seiner Geschäftsleitung die Erfolge und hofft, dass seitens der Versicherung endlich der Geldregen folgt. Für mich sind das bisher nur Pseudoerfolge, die nicht der Rede wert sind, denn keiner der Geschädigten hat auch nur einen Cent an Entschädigung erhalten. Ein wirklicher Erfolg wäre es in meinen Augen, wenn die Geschädigten endlich, nach Jahren der Entbehrung, vollumfänglich entschädigt werden würden und nicht mehr länger zuwarten müssten.

Auch in der Sanierung der Bohrlöcher kann ich keinen ernsthaften Erfolg sehen. Es ist nur recht und billig, wenn das Landratsamt das in Ordnung bringt, was das Wasserwirtschaftsamt mit leichtsinnigen Genehmigungen und unkontrollierten Bauabläufen verursacht hat. Bei der Sanierung handelt es sich übrigens um eine gesetzliche Pflichtaufgabe des Landratsamtes.

Unverständlich ist mir, dass Herr Treutler die beleidigte Leberwurst spielt, nur weil Stadtrat Dr. Braumann seine angeblichen Erfolge nicht ausreichend würdigt. Er soll lieber sagen, weshalb die IGE-Geschäftsführung einen Hilfsfonds für schädlich hält, was andere und auch ich als einzigen und schnellen Ausweg aus der Misere sehen? Wie ist denn die Strategie von Herrn Treutler? Öffentlich hat er dazu bisher nichts gesagt und im Artikel vom 7. August war dazu ebenfalls nichts zu lesen. Öffentlichkeit wäre aber dringend angebracht! Deshalb kann ich es nur als traurig empfinden, mit welchen Platitüden über die drei tapferen CDU-Musketiere Braumann, Braun und Kienle hergezogen wird, statt den Ball aufzunehmen und ins Tor zu schießen.

Wenigstens hat das Trio ganz offensichtlich erkannt, dass nicht alles so gut ist, wie behauptet wird. Schon vor einiger Zeit war in allen regionalen Medien zu lesen, dass die Deckungssumme der Allianz hinten bis vorne nicht reicht. Von einer Quote, von einem Verzicht auf Teile des Schadensersatzanspruches ist da die Rede. Zudem wurden über 30 Prozent der Geschädigten aus Erdhebungen von der Versicherung nicht anerkannt, sodass zeitraubende Prozesse zu erwarten sind und die Deckungssumme solange nicht ausgezahlt werden kann, bis alles geklärt ist. Und das hieße weitere Jahre des Zuwartens.

Meiner Meinung nach soll die Versicherung, wie vielfach vorgeschlagen, in einen staatlichen Hilfsfonds einzahlen und der Staat soll den fehlenden Betrag oben drauf legen, bis die Summe für eine vollumfängliche Entschädigung ausreicht. Aus diesem Grund muss ich auch dem Kommentar von Herrn Stürm widersprechen. Es ist falsch, wenn behauptet wird, dass die Verantwortlichen im Rahmen eines staatlichen Hilfsfonds nicht zur Rechenschaft gezogen würden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Verantwortlichen würden dadurch zur Rechenschaft gezogen, dass nicht nur der Staat in einen staatlichen Hilfsfonds für die Betroffenen einzahlt, sondern auch die Versicherung des Bohrunternehmens und zwar mit der vollen Deckungssumme. Aus diesem Grund muss endlich eine politische Lösung gefunden werden!

Hans-Peter Braun, Böblingen