Unbefriedigende Erklärungsversuche

Leserbrief vom 09. August 2018 - 16:12

Zum Artikel vom 8. August über die Baustellen in Böblingen

Der Erklärungsversuch eines Tiefbaumitarbeiters und der Baustellenmanagerin zum gegenwärtigen Verkehrswahnsinn in Böblingen ist im höchsten Maße unbefriedigend. Nicht die einzelne Baumaßnahme steht im Fokus, sondern deren Gleichzeitigkeit. Diese mit dem in zwei Jahren anstehenden Ausbau der A81 zu begründen, äußerst fadenscheinig, schwebt doch dieses Damoklesschwert schon seit vielen Jahren über der Stadt. Und 60 Prozent weniger Verkehr in der Stadt? Zu schön um wahr zu sein! Die Wirklichkeit ist eine andere! Leider sind die derzeit sprudelnden Steuereinnahmen Segen und Fluch zugleich. Baustellenmanagement nach Kassenlage. Die Notwendigkeit, ein 60 Jahre altes Kanalnetz erneuern zu müssen, fällt der Stadt ausgerechnet jetzt auf? Das Radwegenetz, auch kein ganz neues Thema. Seit einem Jahr leistet sich die Stadt eine Baustellenmanagerin, die sich mit "verkehrlichen Anordnungen" beschäftigt, womit wohl die Aufstellung der umfangreichen Umleitungsbeschilderung gemeint ist. Böblingen auf chinesisch: Um Lei Tung. Im besagten Artikel jedoch kein Wort, warum ausgerechnet jetzt auch noch eine neue Ampelanlage beim Landratsamt her muss, sind doch die bestehenden verbesserungswürdig. Ein weiterer Fall von Steuerverschwendung, wenn ich an die unsinnige Querungshilfe beim Autohaus Wankmüller in Dagersheim denke. Wochenlange Sperrung der Böblinger Straße und dauerhaft ein Verkehrshindernis für Lastwagen und Busse des Personennahverkehrs. Querungshilfe für niemand.

Gerhard Hildinger, Böblingen