Leserbrief des Gesamtelternbeirats zur geplanten Erhöhung der Kindergartengebühren in Herrenberg

Erhöhung der Kindergartengebühren in Herrenberg "nicht nachvollziehbar"

  • img
    Aktuell werden Gebührenerhöhungen in Herrenbergs Kindertagesstätten - hier die 2014 eingeweihte Kita Hauffstraße - diskutiert. Sehr zum Unmut vieler Eltern. Foto: red

Leserbrief vom 03. Juli 2018 - 17:00

HERRENBERG (red). Gegen die geplante Erhöhung der Kindergartengebühren ab September um zirka drei Prozent spricht sich mittlerweile auch der Gesamtelternbeirat (GEB) der Herrenberger Kindergärten aus. Eine Gebührenerhöhung ist aus der Sicht der Elternvertretung vor allem deshalb "nicht nachvollziehbar", weil der Personalengpass derzeit zu Einschränkungen führe, praktisch eine Qualitätsminderung der Kinderbetreuung.

Der Gesamtelternbeirat (GEB) macht in einer Pressemitteilung auf das Hauptproblem in Sachen Kinderbetreuung aufmerksam. So seien die Kindergärten gut aufgestellt und in den Häusern werde, abhängig vom jeweiligen Personalstand, überwiegend gute Arbeit geleistet. "Und damit sind wir auch schon an der Stelle, an der der Schuh drückt", meinen Sandra Bast, Tamara Gross, Pierre Nolte und Wolfgang Prokopp. Denn mit der aktuellen Personalsituation bewege sich die Stadt auf eine kritische Größe zu. Einen Beleg dafür bildeten die eingeschränkten Öffnungszeiten und die steigenden Schließtage im Kinderhaus Alzental, in Oberjesingen und anderen Häusern.

Dass es nicht noch mehr Schließtage waren, die aufgrund des kurzfristigen Auftretens auch immer wieder eine Vielzahl von Eltern vor Betreuungsprobleme stelle, gehe auf den Einsatz der verbliebenen Erzieher zurück, die mit etlichen Überstunden die Engpässe abgefangen hätten. Gleichzeitig könne man aufgrund der wachsenden Belastung des Personals beobachten, dass zunehmend Angebote wie Laternenläufe, Waldtage und Kindergartenfeste zurückgehen.

Beobachten lasse sich auch, dass durch die Abkommandierung der notwendigen Erzieher für den U3-Bereich die Qualität der Betreuung für die Kinder über drei Jahren in Einzelfällen durch nicht genügend vorhandene Erzieher abnehme. Aktuell habe sich in einem der Häuser durch Kündigungen ein extremer Personalnotstand ergeben. "Die vorhandenen Erzieher können aus eigener Kraft den Betrieb nicht aufrechterhalten. Also muss das fehlende Personal aus anderen Häusern kommen und somit drohen anderswo Engpässe", teilt der Gesamtelternbeirat in einer Pressemitteilung weiter mit.

Neben der prekären Personalsituation sei es auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich in vielen Häusern mittlerweile die Eltern beispielsweise bei Benefizaktionen für die Häuser oder in der Randzeitenbetreuung einbringen. "Aufgrund des Personalengpasses - Fachkräfte sind am Markt so gut wie nicht mehr verfügbar - und den damit einhergehenden Einschränkungen ist eine Gebührenanpassung aus unserer Sicht absolut nicht nachvollziehbar und wird angesichts der aktuell guten Haushaltslage entschieden abgelehnt", so der GEB, der den von der Fraktion der Grünen gestellten Antrag auf Aussetzung der geplanten Gebührenerhöhung und die darin geführte Argumentation unterstützt.

Der GEB fordert zudem ein Ende des endlosen Anhebens der Kindergartengebühren. Im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr werde man das Thema der Gebührenanpassungen und die Standpunkte der Fraktionen genau verfolgen. "Immerhin stellen die Eltern der Kitas eine nicht zu vernachlässigende Wählergruppe dar."