Leere Wohnungen sind der falsche Weg

Leserbrief vom 20. Juni 2018 - 18:00

Antwort zum Leserbrief zu "Am Rande des Wohnsinns" vom 9. Juni

Ein Vermieter beklagt in seinem Leserbrief vom 9. Juni seine Erlebnisse mit einem "Mietnomaden". Er beschreibt, dass er monatelang für sein Haus keine Miete erhalten habe, obwohl er doch nur aus Mitleid sein Haus vermietet hatte. Ist das schon ein Mietnomade? Solche schicksalhaften Vorkommnisse gehören sicher in die Kategorie "Einzelfälle". Es ist ganz klar, wer vermietet, soll auch seine Miete bekommen. Was soll durch seinen Leserbrief erreicht werden? "Vermieter, seht her wie man betrogen wird, lasst lieber eure Wohnungen im Leerstand stehen, vergesst aber die Kehrwoche nicht". Das ist ärgerlich in einer Zeit, in der wirklich große Wohnungsnot besteht. Das Erlebte ist ganz sicher kein Regelfall.

Millionen von Mietverhältnissen laufen sehr gut, sind in jeder Beziehung einvernehmlich. Jetzt aber das Verhältnis Mieter zu Vermieter schlecht zu reden, ist barer Unsinn. Es gibt durchaus Möglichkeiten sich in der Mietsache jeglichem "Ärger" zu entledigen. Beispielsweise, indem man seine Wohnung an eine professionelle Vermietergesellschaft vergibt. Wohnungen leer stehen zu lassen ist eine Schande und sollte geahndet werden. Leerstehender Wohnraum führt zwangsläufig zu vermehrter Bautätigkeit und damit zu noch größerer Versiegelung unserer Naturflächen. Das ist der falscheste Weg.

Wolfgang Hensel, SPD-Stadtrat Böblingen