Hochwasserschutz in Ehningen mehr als mangelhaft

Leserbrief vom 10. Juni 2018 - 08:36

Zum Artikel "Sturmtief Wilma hinterlässt Spur der Verwüstung" vom 5. Juni.

Ich bin überrascht, ja bald schon empört wie Sie so etwas schreiben können. Zitat aus oben genannten Bericht: "Mit am härtesten wurde Ehningen in Mitleidenschaft gezogen, das zwar in der Vergangenheit viel in den Hochwasserschutz investiert hat." Ehningen hat bis dato gar nichts in einen effektiven Hochwasserschutz investiert und so sollten Sie das auch berichten. Oder warum glauben Sie, dass die Hildrizhauser Straße vollgelaufen ist? Das Hochwasserrückhaltebecken im Maurener Tal, das hier Wirkung gezeigt hätte, ist geplant aber der Baubeginn steht in den Sternen. Erstens blockieren das Landwirte, die ihren Grund und Boden nicht verkaufen wollen und zweitens wurde laut einer Gemeinderätin ein Käfer entdeckt, der selten sein soll, was überambitionierte Naturschützer auf den Plan ruft.

Zuerst muss wohl der Käfer gerettet werden, bevor man die Menschen schützt. Bitte also auch mal den unangenehmeren Weg gehen und kritisch von Tatsachen berichten und vor allem hinterfragen Sie (bei Gemeinde, Landratsamt, Regierungspräsidium) warum Ehningen wieder überschwemmt wurde. Lobhudelei und Vertuschung der Fakten ist hier fehl am Platz. Ich erwarte auch, dass Sie den Verantwortlichen auf den Zahn fühlen und nicht auf Schmusekurs gehen. Noch ein Kommentar zum Kommentar von Jan-Philipp Schlecht: Die Feuerwehren haben gut gearbeitet, ja. Aber gäbe es einen effektiven Hochwasserschutz, müssten die Männer und Frauen sich nicht die Nächte um die Ohren schlagen und sich zum Teil sogar in Lebensgefahr begeben.

Steffen Decker, Ehningen