Wegen Ärger mit Miet-Nomaden Haus nicht mehr vermietet

Leserbrief vom 09. Juni 2018 - 08:36

Zum Artikel "Am Rande des Wohnsinns" vom 5. Juni

Es ist kaum zu glauben, aber doch traurige Wahrheit, was in diesem Artikel zur Sprache kommt. Meine Frau und ich haben den Bericht über das Schicksal der Frau Sturm mit großem Interesse und auch Mitgefühl gelesen. Dass es so etwas hierzulande gibt! Doch es ist sicher auch bekannt, dass mögliche Vermieter auch ihre Wohnung lieber leer stehen lassen, weil sie gewisse Erfahrungen gemacht haben oder bestimmte Befürchtungen diesbezüglich haben.

Wir selbst haben auch sehr unliebsame Erfahrungen mit sogenannten Mietnomaden gemacht. Mein elterliches Haus in Böblingen hatten wir an eine fünfköpfige Familie (darunter ein schwerbehindertes Kind) mehr oder weniger aus Mitleid vermietet. Zunächst schien alles in Ordnung. Dann blieben jedoch die vereinbarten Mietzahlungen aus oder es erfolgten nur noch Teilzahlungen oder Ausflüchte und Vertröstungen. Kurz gesagt: Wir haben 6 Monate lang überhaupt keine Miete mehr bekommen, mussten einen Rechtsanwalt einschalten und nur durch ein gerichtliches Räumungsurteil ist es uns gelungen, die Leute nach zehn Monaten endlich loszuwerden.

Was das ganze an Nerven und Zeit - wir sind beide über 70 - gekostet hat, brauche ich nicht zu schildern. Alles war nur Schöntuerei und Lug und Trug uns gegenüber.

Insbesondere wegen dieser sehr negativen Erfahrungen hatten wir keine Lust mehr, das Haus neu zu vermieten und haben es inzwischen verkauft. Interessenten gab es gerade genug.

Waldemar Wacker, Magstadt