Ein gemeinsames Rathaus für Böblingen und Sindelfingen

Leserbrief vom 22. Mai 2018 - 16:36

Zum Artikel: "Neues Rathaus bekommt Runderneuerung" vom 15. Mai.

Rund 13 Millionen Euro will Böblingen für die Sanierung des Rathauses ausgeben. Ist es sinnvoll, so viel Geld in eine alte Bausubstanz zu stecken? Ein Rathausneubau auf dem Flugfeld wäre eine sinnvollere Lösung. Zusammen mit Sindelfingen. Ein Gebäude, das beide Stadtverwaltungen aufnehmen könnte. Die Zusammenlegung der beiden Verwaltungen könnte ein wichtiger Schritt sein hin zu einer Städtefusion, die angegangen werden sollte, weil sie längst überfällig ist. Sindelfingen hat auch Probleme mit seinem Rathaus. Dieses wurde vom Landesdenkmalamt unter Schutz gestellt. Ein Vorgang, der von niemand so richtig verstanden wurde. Vermutlich hing diese Unterschutzstellung mit internen Problemen dieser Behörde zusammen. Gebäude, die tatsächlich erhaltenswert sind, sind alle schon unter Schutz gestellt worden. Jetzt hat diese Behörde nicht mehr viel zu tun und sucht sich eine neue Aufgabe. So werden plötzlich Betonkästen aus den 60er und 70er Jahren unter Schutz gestellt. Dem ursprünglich berechtigten Anliegen des Denkmalschutzes erweist man so einen Bärendienst. Sindelfingen kann jetzt nicht mehr alleine entscheiden, was mit dem Rathaus geschieht. Umbau oder Sanierungsmaßnahmen müssen auf komplizierte Art mit dem Denkmalamt abgeklärt werden. Solche Maßnahmen könnten deutlich teurer werden. Sofern sie überhaupt genehmigt werden.

Die Probleme in den beiden Rathäusern sind also unterschiedlich gelagert. Trotzdem wären sie ein Grund dafür, mit einem gemeinsamen Neubau eine zukunftsweisende Entscheidung zu treffen. Höchstwahrscheinlich wird es jedoch nicht dazu kommen. Beide Städte werden weiterhin wie bisher vor sich hin wursteln. Sindelfingen für sich und Böblingen für sich. Für den Steuerzahler sind solche Doppelstrukturen eine teure Angelegenheit.

Markus Wagner, Sindelfingen