Bombardement: Syrien als Daueropfer

Leserbrief vom 07. Mai 2018 - 16:36

Zum Thema "Bombardierung durch das US-Militär"

Mehr als hundert Marschflugkörper zerstörten Syrien noch mehr - rechtswidrig! Die Bomben, die Trump mit Briten und Franzosen abgeworfen hat, sind vergeblich, da sie am innersyrischen Konflikt nichts ändern, verkehrt, weil sie das Völkerrecht pervertieren, weil der genannte Grund so unwahr war, wie alle bisherigen Kriegsgründe. Aber der ganze Westen applaudiert. Wie können die europäischen NATO-Mitglieder mit so was verbündet sein? Die Bürger Europas lassen das unverantwortlich zu, warum? Und sie zahlen dafür und für die Geflüchteten auch noch! Dieser Krieg ist ein Vermächtnis der ehemaligen US-Präsidenten George Bush jun. und Barack Obama.

Es ist eine historische Lebenslüge, mit der sich der Dreierbund von der Mitverantwortung für die hohe Zahl der Opfer und den Grausamkeiten dieser Kriege selbst freispricht. Obama wollte, dass Assad gestürzt wird. Die CIA begann 2013, syrische Rebellen auszurüsten und zu trainieren. Trump beendete das Programm, weil es gescheitert war. Ergebnis: Weder Assad noch Putin lassen sich ihr Standbein in Syrien wegbomben. Dass die Situation nicht eskalierte, ist allein Putin zu verdanken.

In keinem Land hat die USA mehr Militärstützpunkte als in Deutschland. Von Deutschland aus wird dauernd irgendein US-Krieg unterstützt, jetzt in Syrien. Zum kurzfristigem Aufatmen führte Merkels Ablehnung einer deutschen Kriegsbeteiligung. Letztlich blieb sie ihrer US-Hörigkeit treu: "Erforderlich und angemessen" war das Bombardieren. Das "Mutti"-Bild der syrischen Flüchtlinge muss wegen der Bombardierungsbejahung und damit dem Schaffen neuer Fluchtgründe in Abscheu umschlagen.

Wegen diesem Bekenntnis darf man für die Zukunft Böses auch von der SPD erwarten. Auch sie setzt den Weg der Rechtsbrüche koalitionär fort. Letztlich dreht es sich um die Verteidigung der amerikanischen Beherrschung der Bodenschätze und um die US-Vormachtstellung im Nahen Osten. Merkel macht Macht. Noch duckt sie sich hinter dem Rücken der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Konsequenzen aus den irakischen und libyschen Toten, den Opfern von Lügen des Westens mag die Frau nicht ziehen. Im Gegensatz zu Österreich, das seit 1956 keine Alliierten mehr im Lande duldet, kein Nato-Mitglied ist und dadurch keine Probleme mit Bündnisverpflichtungen hat.

Josef Eder, Weil im Schönbuch