Stickoxid-Belastung andernorts deutlich höher

Leserbrief vom 04. April 2018 - 16:24

Zum Thema Grenzwertüberschreitung bei Stickoxiden in der Böblinger Poststraße und drohende Fahrverbote in Stuttgart

Jetzt reicht's: Ich fahre keinen Diesel, aber ich denke, es wird Zeit, dass für die Dieselfahrer mal eine Lanze gebrochen wird. Wer zum Teufel hat denn diesen Grenzwert von 40 Mikrogramm festgesetzt? Der Grenzwert ist laut verschiedenen Experten völlig willkürlich vom "Gesetzgeber" festgelegt worden. Es gibt nicht einen einzigen Beweis, dass 90 Mikrogramm schädlicher als 40 Mikrogramm sind! Wenn die DEKRA ihre Messstelle an der Einmündung Kelterweg aufgestellt hätte, wäre nicht an einem einzigen Tag der Grenzwert überschritten worden! Wenn in Stuttgart am Neckartor die Messstelle nur drei Meter höher angeordnet wäre, hätten wir praktisch keine Grenzwertüberschreitung mehr. Das sind Fakten!

Dass an deutschen Arbeitsstellen der Grenzwert bei 950 Mikrogramm liegt, spielt wohl überhaupt keine Rolle. In der Schweiz liegt der an Arbeitsstellen sogar bei 6000 Mikrogramm. Fürwahr eine andere Dimension. In einer Küche mit Gasherd herrschen Werte um die 4000 Mikrogramm. In Zimmern mit offenem Kamin sogar 8000 Mikrogramm. Die 15 größten Schiffe der Welt (fast alles Kreuzfahrtschiffe) stoßen mehr Stickoxide aus, als 750 Millionen Pkw zusammen. Vielleicht sollte die Deutsche Umwelthilfe mal dort anklopfen und Klagen anstrengen. Und insgesamt sind auf den Weltmeeren rund 90 000 Schiffe unterwegs. Ob die Stickoxide wohl einen Umweg um die Region Stuttgart machten? Und von all den Lastwagen, die durch die Poststraße in Böblingen donnern und das Neckartor "vergiften", steht nirgends was.

Lasst einfach mal die Fakten sprechen und den Blödsinn bleiben, Fahrverbote zu verhängen. Bei der Wahrheit bleiben und nicht politisieren. Zudem: Wer soll denn die Fahrverbote überwachen? Etwa die Polizei? Die hat wahrlich Wichtigeres zu tun, als dem Verkehrsminister sein "Steckenpferd" zu streicheln.

Werner Maucher, Altdorf