Eliten sind blind für untere Schichten der Gesellschaft

Leserbrief vom 04. April 2018 - 16:24

Zum Artikel Richter verliert Rechtsstreit vom 23. März

Zu diesem Artikel habe ich folgende Meinung: Der Herr hatte im Jahr 2009 ein Einkommen in Höhe von 6 886,52 Euro brutto im Monat. Mit seinen fünf Kindern hat ihm dieses Einkommen nicht gereicht. Das war der Grund seiner Klage, die er jetzt auch vor dem Bundesverwaltungsgericht verloren hat. Auf welcher Wolke lebt denn dieser Richter? Er bekommt ja für die fünf Kinder noch Kindergeld. Er hätte sich doch von Jens Spahn (CDU) beraten lassen sollen. Dieser hat doch gesagt, dass man gut von Hartz 4 leben kann. Auch auf die Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel hat er nicht gehört. Diese hat doch verkündet, dass Deutschland ein Land sei, in dem wir gut und gerne leben.

Viele Hartz-IV-Betroffene müssen mit viel weniger auskommen. Das jetzige System ist nicht in der Lage, genügend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, auch für Menschen mit guter Ausbildung. Ab 2018 bekommen Paare im Rahmen von Hartz 4 pro Partner 374 Euro, Kinder von null bis fünf Jahren 240 Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren 294 Euro und Kinder darüber 316 Euro. Das staatliche Kindergeld wird an den Kinderbezügen abgezogen. Beispiel: Ein Kind bekommt 240 Euro über die Sozialhilfe, davon wird das Kindergeld von 194 Euro (bei dem ersten und zweiten Kind) abgezogen. Sodass vom Hartz-4-Kindergeld nur 46 Euro ausbezahlt werden.

Mit der heutigen allgegenwärtigen Eliten-Blindheit wird das "Unten" nicht mehr wahrgenommen. Wir brauchen mehr direkte Demokratie. Damit die Bürger mehr Einfluss haben und über Politiker- und Beamtenbezüge mitbestimmen können.

Gerlinde Mauerhöfer, Steinenbronn