Wie finanzieren sich künftig Volksbanken und Sparkassen?

Leserbrief vom 18. Juli 2016 - 14:00

Zum Thema "Niedrigzinsphase".

Angesichts der sinkenden Einnahmen der Banken durch die weltweit verfolgte Niedrig-Zins-Politik stellt sich die Frage, wie sich Einnahme-Einbußen aus dem Zinsgeschäft künftig kompensieren lassen. Welche anderen Geschäftsbereiche werden so ertragreich sein, dass bei den bestehenden Beschäftigtenzahlen im Bankgewerbe, zum Beispiel, auch deren Arbeitsplätze als gesichert gelten können?

Noch werden aus alten bestehenden Hypothekendarlehen erträgliche Einnahmen erzielt. Der boomende Immobilienmarkt sowie Geldmarkt- und Darlehens-Geschäfte scheinen noch ausreichend gewinnträchtig.

Wie ist die Strategie der hiesigen Banken? Schon eine ganze Weile wird an der Gebührenschraube gedreht. Überweisungen werden bald nur noch online kostensparend möglich sein. Filialen werden dichtgemacht, vor Ort realisieren wir diese Entwicklung bewusst noch kaum!

Erst ein tatsächlicher Personalabbau bei den Banken und wahrgenommene Filialschließungen werden die Bürger wachrütteln. Wann werden Sparer in absehbarer Zukunft, außer vielleicht noch im Aktiengeschäft Gewinne "einfahren können"? Die Gebühren werden weiter stattlich steigen müssen, ungeachtet notwendiger Filialschließungen. Alte Menschen (ohne Notebook, Smartphone oder PC) wird es nachhaltig treffen. Wird die Branche Auswege finden? Neue Geschäftsfelder erschließen?

Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland unterhalten das dichteste Filialnetz aller Bankinstitute. Werden die Banken geeignete Lösungen - außer Filialschließungen - finden, um die Probleme im Interesse - vor allem ihrer älteren Kundschaft - zu lösen?

Hans Ambros, Walter Bloching Gertraude Gampper, Fritz Walker, Walter Wedl, Offener Treff "Wirtschafts-Ethik" der Katholischen Betriebsseelsorge Böblingen