Die Geschichte der Musikschule Sindelfingen

zusammengetragen von Wieland Harms, stellvertretender Schulleiter

 

Die Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT), wie sie seit 1992 offiziell heißt, ist im Jahre 2010 - im 50. Jahre ihres Bestehens - zu einem echten Schwergewicht des städtischen Kulturlebens gereift.

 

Zähes Ringen und schwere Geburt

„Wenn die Schule jetzt nicht errichtet wird, kann das später erst recht nicht mehr der Fall sein.“ Dieser Satz wird Arthur Gruber zugesprochen und soll so im Jahre 1957 gefallen sein. Der ehemalige Sindelfinger Oberbürgermeister sprach alten Presseberichten zufolge häufig von mehr als 40 Gemeinderats- und Ausschusssitzungen zwischen 1955 und 1960, die notwendig gewesen seien, ehe es 1960 tatsächlich zur Gründung der Jugendmusikschule kam. Dies hielt Gerhard Schwenk, damals ehrenamtlicher Kulturamtsleiter und von 1960 bis 1962 der erste Schulleiter der Jugendmusikschule zwar für „etwas zu hoch gegriffen“, dennoch sah er in der Gründungsgeschichte ein „Unikum kommunalpolitischer Art“: „Die Anträge der Verwaltung und des Kulturausschusses wurden in fünf Jahren kein einziges Mal abgelehnt, aber die Entscheidung wurde immer wieder vertagt oder durch die Erteilung von Aufträgen hinausgeschoben“. Tatsächlich ging der Gründung der Sindelfinger Musikschule ein zähes Ringen in den städtischen Gremien voraus. Ein Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 14.11.1957 unter der Überschrift „Erneut Musikschule gefordert“ gibt die damalige Gemengelage sehr treffend wieder: „Schon vor einiger Zeit hatte der Gemeinderat die Angelegenheit zurückgestellt. Er ging davon aus, dass man die weitere finanzielle Entwicklung der Stadt abwarten müsse, ehe man neue Einrichtungen, die sich nicht selbst tragen, schaffe. Es wurde aber auch anerkannt, dass die Stadt schon große Beträge für die körperliche Ertüchtigung der Jugend ausgegeben habe und dass es nun auch an der Zeit wäre, an kulturelle Bedürfnisse zu denken.“

 

Lieber die Gewerbesteuer senken?

Nachdem die Entscheidung im Grundsatz schon 1955 gefallen war, erging in der Sitzung des Kulturausschusses vom 13. 12. 1955 dann folgender Beschluss: „Der Ausschuss begrüßt die Gründung einer Jugendmusikschule und bittet die Verwaltung, alle damit verbundenen Fragen mit den weiteren Dienststellen zu klären“. Nach den Aufzeichnungen Gerhard Schwenks war damals daran gedacht, allgemeinbildende Schulen, Volkshochschule aber auch Kirchenmusik und Stadtkapelle mit einzubinden. Doch der Kulturausschuss, der Bürgermeister und sein Kulturamtsleiter stießen im Gemeinderat zunächst auf Granit. Es gab damals eine starke Lobby, die eher die Gewerbesteuer absenken, als neue Zuschüsse verteilen wollte. „Die Kinder haben sehr wenig Freizeit, da sie wegen zu reichlicher Hausaufgaben gar keine Zeit haben, zu musizieren“. Solche Sätze standen damals im Sitzungsprotokoll. Von 1956 bis 1959 fanden dann aber doch 17 weitere Gemeinderatssitzungen statt, die sich mit der Gründung einer Musikschule befassten. In einer lokalen Zeitung vom 26. 4. 1960 war unter der Überschrift „Zur Gründung der Jugendmusikschule Sindelfingen“ dann folgendes zu lesen: „Nachdem durch die Beschlüsse des Gemeinderates der Stadt Sindelfingen die Voraussetzungen zur Gründung einer Jugendmusikschule geschaffen worden sind, werden mit dem Monat Mai die ersten Klassen ihre Arbeit aufnehmen, und zwar eine Klasse für rhythmisch-musikalischen Bewegungsunterricht (Sybille Scharfnagel), eine Blockflötenklasse (Ernst Laue) und eine Klasse für die Erlernung von Holz- und Blechblasinstrumenten (unter der Leitung des Dirigenten der Stadtkapelle Hans Pfau). Der Unterricht an der Jugendmusikschule wird - je nach Instrument - in Gruppen von zwei bis fünf Schülern gegeben, beim Rhythmik-Unterricht sind es 10 – 15 Schüler in jeder Gruppe. Zum rhythmisch-musikalischen Bewegungsunterricht ist folgendes zu sagen: An ihm können in erster Linie Kinder des 1.-3. Grundschuljahres teilnehmen. Der gesamte Unterricht der Jugendmusikschule gründet sich in Zukunft auf diese wichtige Vorstufe aller musikalischen Betätigung“. Am 27. 4. 1960 fand schließlich die Gründungsversammlung des Vereins Jugendmusikschule Sindelfingen statt. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig der spätere Gesangslehrer der JMS York Lutz gewählt, zum Schulleiter wurde der Leiter des Kulturamtes und Leiter der VHS Gerhard Schwenk bestimmt. Am 1. Mai 1960 nahm die neu gegründete Musikschule ihre Arbeit auf. Schon im Juni waren bereits folgende Schülerzahlen in den einzelnen „Klassen“ zu vermerken, Rhythmik: 60 Schüler, Blockflöte: 83 Schüler und Blasinstrumente: 28 Schüler.

 

Unter Rechtfertigungsdruck

Dennoch stand die neue Schule offensichtlich unter Rechtfertigungsdruck und musste ihre Daseinsberechtigung immer wieder unter Beweis stellen. In einem Artikel einer lokalen Zeitung vom 24. 9. 1960 über die „Günstige Entwicklung der Jugendmusikschule“ heißt es: „Vielleicht hatte sich mancher, als zu Beginn dieses Jahres der Plan zur Einrichtung einer Jugendmusikschule in ein akutes Stadium trat, gefragt, ob hier überhaupt ein Bedürfnis zur Schaffung einer solchen Einrichtung vorliegt. Um es gleich vorweg zu sagen: Der Zustrom von Schülern entsprach in jedem Falle den Erwartungen, ja man musste sich sogar schon in den ersten Tagen Gedanken über Erweiterungsmöglichkeiten machen (…) Allein schon durch diese Feststellung wäre der Beweis für die Notwendigkeit voll und ganz erbracht. Die Ziele und Aufgaben dieser musikalischen Bildungsstätte unterstreichen aber die Notwendigkeit noch.“

Obwohl sich Stadtverwaltung und Gemeinderat den Ruf erworben hatten, sehr „sportfreudig“ zu sein und trotz finanzieller Engpässe der Stadt durch diverse Sportstätten-Großbauprojekte, genehmigte der Gemeinderat 1961 eine Ausweitung des Angebotes an der JMS. Ausschlaggebend war der Hinweis, dass den örtlichen Vereinen durch die Musikschule entsprechender Nachwuchs zugeführt würde. Es wurden nun zusätzlich Geigen-, Cello- und Gitarrenunterricht angeboten. Der Klavierunterricht wurde dagegen noch zurückgestellt. Im September 1961 hatte die JMS schon 372 Schüler. Der Musiklehrer und bisherige Geschäftsführer der Jugendmusikschule e.V. Ernst Laue übernahm 1962 die Leitung der Schule, bat aber schon zu Beginn seiner Amtsübernahme darum, wieder von der Schulleitung entbunden zu werden, sobald ein geeigneter Nachfolger gefunden sei. Im gleichen Jahr wurde das Fach Klavier eingerichtet und die Zahl der Schüler stieg auf 475.

1964 etablierte Ernst Laue in der JMS Sindelfingen ein Lehrgangszentrum zur Musiklehrer-Fortbildung für den Großraum Stuttgart und weitete abermals das Angebot der Jugendmusikschule aus. Unter der Federführung des Konzertsängers York Lutz wurde jetzt auch Gesangsunterricht angeboten. Das Schulgeld pro Schüler und Monat betrug damals 8 DM! Im Oktober 1965 trat Ernst Laue als Schulleiter aus gesundheitlichen Gründen zurück. Heinz Müller übernahm kommissarisch die Schulleitung und blieb, nachdem dieser in Hans de Blaauw gefunden war, bis zum Ende seiner Dienstzeit stellvertretender Schulleiter.

 

Endlich ein eigenes Haus

1966 zog die Jugendmusikschule in das extra umgebaute „Wilhelminenheim“ in der Calwer Straße um. Zuvor war das ehemalige Fabrikanten-Haus als Wöchnerinnenheim genutzt worden. Der Unterricht von 1960 bis zum Umzug hatte auf fünf verschiedene Örtlichkeiten, nämlich im alten Rathaus, im Jugendheim der evangelischen Kirche, in den Räumen der Gartenstraßenschule und in der Sommerhofenschule verteilt stattgefunden, so dass die Musikschule nun zum ersten mal in einem Gebäude zusammenfand und damit auch ein „Gesicht“ bekam. 1969 erfolgte die Gründung des ersten JMS-Orchesters durch Karin Hanau. Die Enge bei Gemeinschaftsproben war jedoch so bedrückend (ein Veranstaltungsraum fehlte ganz), dass vom Gemeinderat ein Anbau genehmigt wurde. Im neuen „Pavillon“ standen nun auch Büroräume und ein Vortragssaal zur Verfügung. 1970 fand ein erstes öffentliches Konzert des neuen Orchesters im ebenfalls neu eröffneten Schubartsaal der Bibliothek statt. 1973 wirkten Lehrer und Schüler der JMS beim Konzert anlässlich der Eröffnung der Bundesakademie in Trossingen mit. Die Schule war mittlerweile auf ca. 1800 Schüler angewachsen. Die Verantwortung und Haftung bei einem Etat von ca. 750.000 Mark drohte dem kleinen Verein mit elf ehrenamtlich tätigen Personen nun über den Kopf zu wachsen. Aus diesem Grund trat der Verein nun in intensive Verhandlungen mit der Stadt ein, um eine Übernahme der Trägerschaft durch die Kommune zu erreichen. 1973 beschloss der Gemeinderat, die Musikschule in „städtische Obhut“ zu nehmen. Im November wurde der Anbau eingeweiht. Am 9. 3. 1974 wurde die Musikschule ganz offiziell zur städtischen Einrichtung. Bis 1975 stieg die Zahl der Schüler auf fast 2000.

 

Roaring Seventies“

Ebenfalls 1975 nahm das Musikschulorchester am Orchesterwettbewerb teil und erreichte quasi „im Heimspiel“ beim Landeswettbewerb in Sindelfingen einen 2. Preis! Nach Dirigentenwechsel (Hedwig Pahl) und Neugründung durch Ruth Lesch-Michel fand 1976 die erste Konzertreise gemeinsam mit anderen Ensembles in die französische Partnerstadt Corbeil-Essonnes statt. Organisator war Kulturamtsleiter Dieter E. Hülle. 1977 gründete Werner Schunn die Big Band, zu der Walter Gnädig etwas später als Unterstützung hinzukam. Bereits im Dezember fand das erste Konzert statt. Ebenfalls 1977 gründete Waldtraud Karst mit ca. 60 Kindern die „Goldbergspatzen“. Der neue Kinderchor hatte schnell viele Auftritte innerhalb und außerhalb der Schule. Zu dieser Zeit gab es erste Überlegungen für einen Neubau der Musikschule und die Standortsuche begann. 1978 erfolgte die Gründung eines Kammermusikensembles durch Karin Hanau und Judith Ekhard. 1979 fuhr dieses Ensemble auf Einladung des ZDF nach Berlin zur Fernsehaufzeichnung „Früh übt sich“.

 

Der Neubau

Im Mai 1980 wurde dann der Planungsauftrag für ein neues Musikschulgebäude an die Architekten Fiedler, Aichele & Weinmann in Stuttgart vergeben. Auch sonst waren die frühen 1980er Jahre ereignisreich: 1981 wurde Horst Rempp stellvertretender Leiter JMS. 1982 folgte die Gründung der Suzuki-Streichergruppe durch Ruth Lesch-Michel, Hans de Blaauw ging in den Ruhestand, die kommissarische Leitung übernahm Horst Rempp. 1983 wurde dann Horst Seidel neuer Schulleiter. Im September wurden die Baupläne und Kosten des Neubaus durch den Gemeinderat genehmigt, im Oktober 1984 erfolgte der erste Spatenstich. Der Beschluss zum Neubau eines eigenen Musikschulgebäudes löste Aktivitäten im ganzen Haus aus. Vom 6.-14. Juli fand eine Musikschulwoche mit vielen Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen der Musikschule statt. Am 15. Oktober beschloss der Gemeinderat die Umbenennung der Schule von Jugendmusikschule in Musikschule. Damit war nun auch Erwachsenen der Zugang offiziell möglich. Die Schule öffnete sich zunehmend in Richtung Popularmusik. Schlagzeug und E-Gitarre/E-Bass waren die ersten Instrumente aus diesem Bereich, die man jetzt auch an der Sindelfinger Musikschule erlernen konnte. Kreative Bewegung wurde ein neues Fach benannt, das von Ellen Reumann initiiert worden war. Aus diesen Gruppen gingen später die Theatergruppen hervor. 1986 begann Waltraud Karst die Behindertenarbeit mit 8 Schülern. Am 7./8. November 1986 wurde das neue Schulgebäude mit einem umbauten Raum von 14.550 m³ eingeweiht. Die Gesamtkosten betrugen 12 Mio. DM.

 

1989 wurde erneut ein Jugendsinfonieorchester zusammengestellt. Die Leitung übernahm Berthold Mai. 1990 hatte die Theaterabteilung Ihre erste Aufführung. Im Bürgerhaus Maichingen wurde unter der Regie von Ellen Reumann das Kindermusical „Emil und die Detektive“ aufgeführt. Die Bereiche Popularmusik und sogar Folklore/Volksmusik wurden weiter ausgebaut. Neue Fächer waren Akkordeon, Keyboard, Orgel, Harfe und Musiktherapie. Während der Landesgartenschau 1990 war die Schule mit allen Orchestern und Ensembles vertreten und gestaltete viele Veranstaltungen. Im Mai fand der erste offizielle Besuch mit 22 Lehrkräften in der Partnerstadt Torgau statt.

 

Der Förderverein

Im September 1990 wurde ein Förderverein gegründet. Satzungsgemäß soll(te) er die Orchester-, Ensemble- und Theaterarbeit der Schule unterstützen. Dr. Lothar Heimeier wurde zum 1. Vorsitzenden, Dr. Wolfgang Bresser zum 2. Vorsitzenden gewählt. Kreissparkasse, Volksbank, Daimler, die Stadtwerke und verschiedene andere Firmen fördern seither mehr oder minder regelmäßig die Vereinsarbeit.

 

Tanz rundet die Angebotspalette ab

Als 1992 eine örtliche Tanzschule ihre Pforten schloss, wurde an der Musikschule Ballettunterricht eingeführt und die Tanzlehrerin Grete Nemecek in städtische Dienste übernommen. Zum Jahreswechsel 1991/’92 änderte sich aus diesem Anlass erneut der Name der Schule. Die Bezeichnung lautet seither: SCHULE FÜR MUSIK, THEATER UND TANZ (kurz: SMTT). Weitere Ereignisse in Stichpunkten: Das Juniororchester und die Suzuki Streichergruppe waren vom 29. April bis 3. Mai wieder zu Gast in der Partnerstadt Torgau, die Musiktheatergruppe „Schappoklack“ wurde beim Böblinger Schülerwettbewerb für Musiktheater mit dem dritten Preis ausgezeichnet und im Dezember fand auf Initiative von Jutta Dieckmann ein Benefizkonzert zugunsten der Kinder aus Tschernobyl statt. Im September 1993 wurde mit dem Instrumentenkarussell ein neues Orientierungsangebot für 6-8 Jährige gestartet. Wie so oft nach einem Höhenflug, machte sich alsbald Ernüchterung breit:


Folgen der (ersten) Finanzkrise in Sindelfingen

1993 trat der neue OB Dr. Joachim Rücker (SPD) sein Amt an. Schon bald wurde ein Papier bekannt, in dem er die Rückführung der Schule in Vereinsträgerschaft vorschlug. Dies führte zu erheblichen Verunsicherungen. Die Schule blieb letztlich nur dank massiver Elternproteste weiter in kommunaler Hand. Als die SMTT 1995 im Rahmen eines Sommerfestes ihr 35jähriges Bestehen feierte, waren die Spardiskussionen und -maßnahmen in und um die Schule gerade in vollem Gange. Nach massiven Gewerbesteuereinbrüchen hatte die Stadt der Schule einen radikalen Schrumpfungsprozess verordnet, dem Schüler, Lehrer sowie Unterrichts- und Ensemblestunden zum Opfer fielen. Als weiteren (positiv zu vermerkenden) Beitrag zur Kostenkontrolle entwickelte die Schule daraufhin ein neues Unterrichtszeitmodell, den sogenannten „Kombiunterricht“. Die bisher üblichen Unterrichtseinheiten von 30 bzw. 45 Minuten wurden dabei durch die „Kombis“, flexiblere Kombinationen von Zeit und Gruppengröße, ersetzt. Dies eröffnete viele neue Möglichkeiten, die Schülerbelegung im Gruppenunterricht zu variieren. 1998 wurde Horst Seidel als Schulleiter nach einem tiefgreifenden Zerwürfnis mit der Lehrerschaft durch ein Leitungsteam bestehend aus Manuel Tato, Horst Rempp, Ellen Reumann und Lothar Kittel vom Kulturamt abgelöst. Dabei waren mit Sicherheit die von ihm zu exekutierenden Sparmaßnahmen mit eine Ursache gwesen. 1999 verließ Manuel Tato das Leitungsteam, um eine Schulleiterstelle in seiner französischen Heimat anzunehmen. Nachdem auch Lothar Kittel seine Tätigkeit in diesem Gremium beendete, wurde das Team aufgelöst.

Zum neuen stellvertretenden geschäftsführenden Schulleiter (so die offizielle Dienstbezeichnung) wurde Markus Nau berufen. Horst Rempp blieb als stellvertretender Schulleiter die Konstante während all dieser Personalrochaden. Nach Markus Naus Amtsantritt übernahm Klaus Kreczmarsky die Leitung der Big Band. Die Schule war gegenüber der Rekordzahl von fast 2000 Schülern 1975 mittlerweile deutlich geschrumpft. Die Schülerzahl betrug zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 rund 1400.

 

Die Musikschule kommt ins Schwabenalter

Im Jahr 2000 feierte die SMTT ihr vierzigjähriges Bestehen und hoffte, nach den letzten, doch etwas turbulenten Jahren auf einen guten Start in das neue Jahrtausend. Das Logo und das gesamte äußere Erscheinungsbild der SMTT wurden überarbeitet und modernisiert. Auch die neu initiierte Schulzeitung „Odeon“ sollte ihren Teil zu einem neuen Erscheinungsbild beitragen und den Kontakt mit Eltern, Schülern, Lehrern und Förderern intensivieren. Im Geburtstagsjahr fanden zudem eine Reihe außerordentlicher Aktivitäten, wie z. B. ein Musikschulball und ein erstes Open-Air Konzert statt. Die Kompetenz im Jazz-, Rock-, Pop-Bereich wurde durch die Neuzugänge im Lehrerkollegium Christoph Weigold und Wieland Harms weiter ausgebaut. Die ersten Jahre des neuen Jahrtausends standen weiter ganz im Zeichen der Finanzkrise der Stadt. Natürlich ging die in die Wege geleitete Haushaltskonsolidierung der Gemeindefinanzen auch an der SMTT nicht spurlos vorüber. Mehrere Sparrunden schränkten den Etat und damit den Handlungsspielraum bis heute auf das absolut Notwendigste ein. Seit 2005 werden frei werdende Stellen nur noch mit Honorarkräften wieder besetzt. Aber es wurden auch neue Kräfte freigesetzt. Jahrelang vernachlässigte Verbindungen zu Schulen, Kirchen und Musikvereinen wurden wieder aktiviert, Kooperationsverträge geschlossen und gemeinsame Projekte durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle etwa wurde ein neues Jugendblasorchester aus der Taufe gehoben, das sich durch seine Reisen in verschiedene Partnerstädte zu einem Sindelfinger Exportschlager entwickelt. Das „Internationale Straßenfest“ mit der „Bühne der Partnerschaften“ dient dabei als Plattform zur Präsentation und Kontaktbörse für Auftritte und Reisen. Durch diese und andere Aktivitäten war und ist die SMTT dauerhaft im öffentlichen Leben präsent. Ein regelrechter Publikums-Hit wurde die „1. Sindelfinger Wassermusik“ im Jahre 2005, bei der der Klostersee als Veranstaltungsort für die Stadt entdeckt wurde. Ende 2005 ging mit Horst Rempp ein Urgestein und Gründungsmitglied der Schule in den Ruhestand und Wieland Harms übernahm ab 2006 die Stelle des stellvertretenden Schulleiters.

 

50 Jahre Musikschule in Sindelfingen

Die Schule verfügt heute über eine gute Lobby und ein ausgezeichnetes Netzwerk aus Eltern und Förderverein, das bis hinein in Wirtschaft und Politik reicht. Sie avanciert immer weiter zu einem Dreh- und Angelpunkt der städtischen Kulturarbeit. Darüber hinaus sind viele Kolleginnen und Kollegen in Stadt und Region als Musiker, Dirigenten oder Chorleiter aktiv. In den vergangenen Jahren wurde z.B. in Kooperation mit dem Liederkranz in allen Sindelfinger Kitas das Singprojekt „Felix“ durchgeführt. Zurzeit werden jährlich etwa 70 innerschulische Veranstaltungen durchgeführt und noch einmal etwa genau so viele außer Haus mit gestaltet. Die Musiktheaterproduktionen der Gruppen um Georg Grunenberg-Künstler werden immer professioneller, nicht zuletzt dank immer besseren Equipments: das Odeon lässt sich inzwischen zu einem richtigen kleinen Theatersaal umrüsten. Der seit 2007 jährlich statt findende SMTT-Bandworkshop für Rock/Pop-Interessierte, die neue „BabyMusik“, das Fach Pop-Gesang, sowie Capoeira-Kurse sind die neuesten Angebote, die sich wachsender Akzeptanz erfreuen. Einen Meilenstein der internen Zusammenarbeit stellt noch das im Schuljahr 2008/2009 aus der Taufe gehobene „Klassik meets Rock“-Projekt dar, das die ansonsten neben einander her laufenden Bereiche Klassik und Popularmusik erfolgreich zusammen führen konnte.

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation


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