Altdorf und Hildrizhausen: Kampf gegen den ALB geht weiter

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Ein Ende der Hausemer Quarantäne ist absehbar

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    Der erwachsene Käfer ist relativ flugfaul und lebt nur wenige Wochen. Erst durch das Ausbohrloch wird offensichtlich, dass er es sich jahrelang im Inneren des Stamms gemütlich gemacht hatte F: red

Artikel vom 07. Februar 2020 - 16:24

HILDRIZHAUSEN/ALTDORF (red/mmü). Hildrizhausen steht unter Quarantäne, seit im Jahr 2016 Puppenstuben des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) in der Nähe des Gewerbegebiets Elwer entdeckt wurden. Beim ALB handelt es sich um einen der weltweit zehn gefürchtetsten Schädlinge überhaupt. Seither darf kein Holz aus dem Ort herausgeführt werden. Sämtlicher Gehölzschnitt muss auf den Häckselplatz nach Hildrizhausen gebracht werden. Dort wird das Material turnusmäßig zerschreddert, bevor es aus der Zone verbracht werden darf.

Vier Jahre lang - bis zum Jahresende 2020 - müssen immer wieder Monitoring-Maßnahmen mit Spürhunden und Baumkletterern durchgeführt werden. Insgesamt waren in Hildrizhausen 15 erwachsene Käfer und 20 befallene Bäume entdeckt worden. Das Holzausfuhrverbot gilt auch für Altdorf, weil dort in der Bühlstraße ein einziges erwachsenes Käferexemplar entdeckt wurde.

Es beginnt das vierte und womöglich letzte Monitoring-Jahr

Vom 17. bis 20. Februar werden Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg nun erneut den Wald auf Hildrizhauser Markung inspizieren, Altdorf folgt in der Woche vom 31. März bis 2. April. Die Untersuchungen in der Quarantänezone Hildrizhausen laufen vom 7. April bis 28. Mai durch Mitarbeiter des Landratsamtes. Sollten sich bis Frühjahr und Herbst 2020 keine Spuren des ALBs mehr ergeben, kann die Quarantänezone zum 31. Dezember 2020 endlich aufgehoben werden.

Im November wurde das Monitoring in Hildrizhausen und Altdorf für das Jahr 2019 beendet. Abgesucht wurden die Risikogebiete Greuth und Steinhau im 500- beziehungsweise 200-Meter-Radius rund um die Fundstellen: glücklicherweise ohne weiteren Befund. Denn sollte der ALB erneut entdeckt werden, würde sich der Quarantänestatus automatisch um weitere vier Jahre verlängern. Solange dauert der Lebenszyklus des ALB-Käfers von der Ei-Ablage bis zum Schlüpfen der geschlechtsreifen, nur wenige Wochen überlebenden Imago. Im Unterschied zu heimischen Borkenkäfern, die überwiegend unter den Rinden der Nadelhölzer nagen, bohrt sich die Käferlarve des ALB tief hinein bis ins Kernholz von Laubbäumen, wo er dann die Puppenstuben anlegt. Ein kreisrundes Ausbohrloch an den Stämmen zeugt dann schließlich davon, dass das Insekt den Baum befallen hatte.

Yvonne Bäuerle, Leiterin des Amts für Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt, bittet die Anwohner nochmals um Unterstützung, da den Inspekteuren jeweils der Zutritt zu den betroffenen Privatgrundstücken ermöglicht werden muss.

 

  Informationen dazu finden sich auch auf der Homepage des Landkreises Böblingen unter http://www.lrabb.de/ALB. Bei Fragen stehen die Mitarbeiter des Amts für Landwirtschaft und Naturschutz am "Käfertelefon", (0 70 31) 6 63 23 30, oder per E-Mail an landwirtschaft-naturschutz@lrabb.de zur Verfügung. Über diese Telefonnummer können betroffene Grundstückseigentümer auch einen Termin zur Untersuchung auf ihrem Grundstück vereinbaren.
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