Aus Hülben die Lehren gezogen

Kommentar

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    Im Baugebiet Hülben keine Seltenheit: Baugrundstücke, die zurückgehalten werden "für die Enkel"

Artikel vom 30. Mai 2019 - 20:00

Von Martin Müller

Von Hülben her leidlich bekannt ist in Holzgerlingen die Problematik der Enkelstückle. Fix und fertig erschlossene Baugrundstücke werden nicht bebaut - sie ruhen hier auch nach 15 Jahren noch mitten im Neubaugebiet als Flächenbrachen - und womöglich auf alle Ewigkeit. Dem hohen Wohnungsdruck, der in der Region herrscht, kann auf diese Weise keineswegs entgegengewirkt werden.

Doch immerhin: Holzgerlingen hat aus dieser Geschichte gelernt und nun neue Wege für das Baugebiet Dörnach-West eingeschlagen - indem es Bauzwang schafft. Alle Baugrundstücke, die aus städtischer Hand verkauft wurden, konnten den Besitzer nur wechseln mit der Auflage, dass auch binnen zwei Jahren der Baustart erfolgt sein muss. Wo nicht, wird ein Rückkaufsrecht der Stadt wirksam. Im Umlegungsverfahren wurde aber auch definiert, dass Baugrund, der von privater Hand an privat verkauft wird, in zehn Jahren überbaut sei muss. Beides ist gut so: Die Zeiten, da man glaubte, mit Bauerwartungsland lax umgehen zu können, sind längst vorbei. Und zählt man all die zurückgehaltenen Enkelstückle vom Hülben zusammen, hätte man sich womöglich einen gut Teil des jetzigen Neubaugebiets schenken können.

Dass Holzgerlingen mit Dörnach-West die Grenzen seines Wachstums erreicht hat, sagt Bürgermeister Ioannis Delakos am Mittwoch klipp und klar. Künftig werden Themen wie das innere Zusammenwachsen eine große Rolle spielen. Aber auch die Themen Artenschutz und Insektenschutz, bislang eher stiefmütterlich bedacht, dürfen nun einen größeren Stellenwert einnehmen.

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