Richtiger Ansatz

Kommentar

Artikel vom 07. Januar 2019 - 13:36

Von Sandra Schumacher

Dass es kaum eine bessere Methode zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gibt, als gemeinsame sportliche Aktivitäten mit der einheimischen Bevölkerung, zieht kaum jemand in Zweifel. Das liegt vor allem daran, dass die Sportler sich mit Händen und Füßen verständlich machen und sprachliche Hürden somit beinahe mühelos überspringen können. Insbesondere Kinder werden so schnell in den Kreis ihrer Altersgenossen aufgenommen.

Nicht ganz so einfach verhält es sich bei Frauen vor allem aus muslimisch geprägten Kulturen. Zum einen sind Sportkurse für beide Geschlechter hier zum Teil undenkbar. Es braucht also einen geschützten Raum, in dem die Frauen sich ganz unter sich austoben können. Zum anderen liegt die gedankliche Hürde, die auch bei der Damenwelt hierzulande auftritt, wenn frau eine neue Gruppe besuchen möchte, höher, wenn sie die Sprache nicht oder vermeintlich schlecht spricht. Die Außenseiterrolle scheint hier beinahe vorprogrammiert.

Der aktiF-Kurs des TSV Waldenbuch hebt die Hemmschwelle auf, indem er diesen Frauen die Botschaft vermittelt: "Hier bist du genau wie alle anderen". Die Erfahrung, die die TSVler gemacht haben, zeigt: Die Frauen nehmen das Angebot dankbar an. Lediglich einheimische Teilnehmerinnen sind bis dato Mangelware. Ein Zustand, der sich hoffentlich ändern wird, denn ansonsten wird aus dem theoretischen Gedanken der Integration schnell eine ungewollte Abschottung nach außen.