Rebhuhn-Schutz im Kreis Böblingen: Maßnahmen greifen

Neue Fördermöglichkeiten 2019

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    Monokulturen machen dem Rebhuhn das (Über-)Leben schwer Foto: red

Artikel vom 16. Dezember 2018 - 07:00

HERRENBERG/KREIS BÖBLINGEN (red). Am 10. Dezember informierte der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Böblingen über neue Fördermöglichkeiten, die es ab 2019 für Schutzmaßnahmen im Rahmen des Rebhuhn-Schutzprojektes im Landkreis Böblingen gibt.

Bewirtschafter können dann für die Anlage von speziell auf das Rebhuhn abgestimmten Blühbrachen fünfjährige Verträge mit dem Landratsamt Böblingen, Amt für Landwirtschaft und Naturschutz, abschließen. Die Förderung über die Landschaftspflegerichtlinie oder über das FAKT-Programm gleicht den Ernteausfall sowie den entstandenen Mehraufwand aus.

Thorsten Teichert vom Landesentwicklungsverband Tübingen (LEV) informierte die 25 Teilnehmer über die Erfahrungen mit den Blühbrachen im Kreis Tübingen. Dort läuft ebenfalls seit drei Jahren ein Rebhuhn-Schutzprojekt. "Die kreisübergreifende Rebhuhnpopulation im Oberen Gäu kann nur erhalten werden, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen", so die Botschaft Teicherts.

Im Landkreis Böblingen läuft das Rebhuhn-Schutzprojekt seit 2016. Ins Leben gerufen wurde es hier von engagierten Landwirten, Naturschützern und Jägern sowie von den Kommunen Jettingen, Bondorf, Mötzingen und Gäufelden. Im Frühjahr 2017 wurden auf insgesamt sieben Hektar die ersten Maßnahmen von engagierten Landwirten aus den vier genannten Kommunen umgesetzt. Die Flächen konnten dieses Jahr auf neun Hektar vergrößert werden, weil neben den bereits beteiligten Akteuren drei zusätzliche Landwirte für das Projekt gewonnen werden konnten.

Und die angesäten Blühbrachen werden von den Rebhühnern angenommen. Das bestätigten die anwesenden Landwirte und Jäger. "Es ist vor allem das Engagement der Landwirte, wodurch das vom Aussterben bedrohte Rebhuhn gerettet werden kann", erklärte Ralf Wegerer, Geschäftsführer des LEV Böblingen. Aber auch die Mithilfe der Jägerschaft und der Kommunen sei unverzichtbar.

Der LEV Böblingen koordiniert das Rebhuhn-Schutzprojekt, der Landesjagdverband unterstützt es finanziell mit einem Beitrag zu den Saatgutkosten, die in Zusammenhang mit der Anlage der Blühbracheflächen entstehen. Wer das Projekt ebenfalls unterstützen und Flächen zur Verfügung stellen möchte, kann sich an den LEV wenden, E-Mail: info@levbb.de.

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