"Darf man das noch sagen?"

Kommentar

Artikel vom 18. November 2018 - 08:12

Von Sandra Schumacher

"Darf man das noch sagen, oder ist das schon sexistisch?" Diese Frage begegnet Frauen im Berufsalltag seit Beginn der #MeToo-Debatte im Oktober 2017 regelmäßig. Meist gepaart mit einem vielsagenden Blick oder einem Augenrollen in Richtung der männlichen Kollegen.

Positiv ist, dass man(n) sich scheinbar mit dem Thema Sexismus auseinandersetzt. Das Problem: In vielen Fällen handelt es sich nicht um ein ernsthaftes Hinterfragen der eigenen Verhaltensweisen, sondern um ein öffentliches Ausdrücken des eigenen Genervtheitsgrades. Ein Gefühl, das den meisten Frauen bekannt ist. Durch anzügliche Kommentare, Nacktbildchen und -kalender oder dem leicht ignoranten Kopfnicken, das soviel aussagen soll wie "Jaja Mädle, mach du mal".

Dabei ist die Lösung des Dilemmas doch relativ einfach: Sexistisch ist es, wenn man (und damit sind Männer und Frauen gemeint) sein Gegenüber aufgrund des Geschlechts nicht als gleichrangig betrachtet und ihm das - auf welche Weise auch immer - kommuniziert. Freundschaftliche Frotzeleien sind unter Umständen auch sexistisch, gehen im Rahmen einer definierten Beziehung aber in einigen Fällen in Ordnung.

Unsittliche Berührungen, unmoralische Angebote und sexuelle Übergriffe haben hingegen mit Sexismus nichts zu tun. Sie gehören in die Kategorien sexuelle Belästigung und/oder Gewalt und sind strafbar.

 

 

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