Schiedlich- friedlich

Kommentar

Artikel vom 05. November 2018 - 15:36

Von Martin Müller

Die Rechtslage ist verzwickt - und die Kommunen haben eher keine besonders guten Karten auf der Hand. So sieht es aus, wenn es um die Standortfrage von Mobilfunkmasten in Wohngebieten geht. Dass Nufringens Bürgermeister Ingolf Welte die Sorgen der zu hohen Strahlenbelastung ernst nimmt und nun versucht, alle rechtlichen Hebel in Gang zu setzen, um den Standort in der Ortsmitte zu verhindern, ist nachvollziehbar. Ob er damit aber Erfolg haben wird, steht auf einem anderen Blatt.

Man möchte den Nufringern zurufen, dass sie schleunigst ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept auf den Weg bringen sollten - weil dies auch noch Auswirkungen auf das konkrete Baugesuch haben könnte. Damit bestünde immerhin die Chance, dass ein solcher Sendemast dort verwirklicht wird, wo die Strahlenbelastung am ehesten zu verkraften ist - und bestenfalls nicht im Wohngebiet. Hier kann ein Sendemast sogar Wertminderungen von Immobilien auslösen. Ein schiedlich-friedlicher Kompromiss sollte auch im Interesse der Deutschen Funkturm GmbH liegen. Denn die Erfahrung aus anderen Kommunen mit anderen Anbietern lehrt, dass es ansonsten zu großem, andauerndem Zoff kommen wird.