Jettinger Feuerteufel gefasst

Polizei nimmt zwei Tatverdächtige beim jüngsten Strohballen-Brand auf einem Reiterhof in der Gäu-Gemeinde fest

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    Am 22. September brannten in Jettingen rund 170 Strohballen lichterloh Foto: SDMG

Artikel vom 09. Oktober 2018 - 17:00

Von Sandra Schumacher

JETTINGEN. Seit rund zwei Monaten treiben Brandstifter in Jettingen ihr Unwesen: Fünfmal hat es seitdem in der Gäu-Gemeinde gebrannt, zuletzt am vergangenen Wochenende in der Nacht auf Samstag. Diesmal gingen der Polizei zwei Tatverdächtige ins Netz.

Es ist der 17. August, als eine aufmerksame Zeitungsausträgerin einen Brand in einem Schuppen in der Kirchstraße in Oberjettingen bemerkt. Sofort alarmiert sie die Feuerwehr, die bei ihrem Eintreffen eine starke Rauchentwicklung feststellt. Innerhalb des Schuppens hat trockenes Astholz Feuer gefangen. Die Floriansjünger löschen die Flammen zügig, es entsteht ein Sachschaden in Höhe von 200 Euro. Der Verdacht auf Brandstiftung liegt nahe.

Rund zwei Wochen später schlagen die Feuerteufel wieder zu: Am 1. September sind es erneut zwei Zeitungsausträger, die einen Brand in der Rötestraße bemerken. Dort brennen in einem Unterstand aus Holz, der direkt an eine Scheune angebaut ist, zwei Fensterläden, die dort gelagert wurden. Die Zeugen reagieren rasch und tragen die Läden auf den benachbarten Gehweg, wo das Feuer von selbst erlischt. Auch hier fällt der Sachschaden gering aus.

Knapp 24 Stunden später, am 2. September, beobachten Anwohner der Nagolder Straße, dass eine Scheune in der Nachbarschaft brennt. Gebündeltes Stroh für Kleintiere, das zum Verkauf bereit gelegt worden war, hatte Feuer gefangen. Die Flammen hatten daraufhin auf einen daneben aufgestellten Warenautomaten und die Scheune übergegriffen. Sofort klingeln die aufmerksamen Zeugen die anwesenden Bewohner wach und beginnen mit ihnen gemeinsam mit den ersten Löschmaßnahmen bis die Feuerwehr übernimmt. Der Sachschaden fällt diesmal höher aus: Er beträgt rund 20 000 Euro.

In der Folge übernimmt die Kriminalpolizeidirektion des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, das auch für den Kreis Böblingen zuständig ist, die Ermittlungen, weil ein Zusammenhang zwischen den drei Bränden angenommen wird.

Am 22. September gehen dann in der Nähe eines Bauernhofs bei Oberjettingen rund 170 Strohballen in Flammen auf. Ein Großaufgebot der Feuerwehren Gäufelden, Mötzingen und Jettingen löscht den Brand nach mehreren Stunden. Auch mehrere Streifenwagen, Sanitätsfahrzeuge und ein Polizeihubschrauber sind im Einsatz.

In der Nacht auf den vergangenen Samstag folgte nun der fünfte Brand in Folge auf einem Reiterhof in Oberjettingen - diesmal ging der Polizei, die mit mehreren Streifenwagen und einem Hubschrauber im Einsatz war, laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei zwei Tatverdächtige ins Netz.

21 und 19 Jahre alte Täter zeigen sich geständig

In der Nähe des Tatorts ergriffen sie einen 21-jährigen, seinen 19 Jahre alten Komplizen danach zu Hause. Aufgrund verschiedener Hinweise waren die Ermittler den beiden bereits auf der Spur. Ihnen wird Brandstiftung in mehreren Fällen und in unterschiedlicher Tatbeteiligung vorgeworfen. Sie zeigten sich geständig und wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser setzte die Haftbefehle in Vollzug und wies sie in eine Justizvollzugsanstalt ein. Ihnen wird zur Last gelegt, in der Nacht zum Samstag gegen 0.30 Uhr Strohballen in Brand gesetzt zu haben, die unter dem Vordach der Reithalle gelagert waren. Kriminalbeamte auf Streife entdeckten das Feuer. Es hatte bereits auf die Halle übergegriffen. Durch das beherzte Eingreifen des Eigentümers und die sofort verständigte Feuerwehr konnte verhindert werden, dass sich die Flammen über das Gebäudedach ausbreiteten. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 50 000 Euro. Ob die beiden jungen Männer darüber hinaus auch für die weiteren Brände als Täter in Betracht kommen, werden die weiteren Ermittlungen zeigen müssen.

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