Schaut endlich hin!

Kommentar

  • img
    Legende KRZ-Foto:

Artikel vom 02. Oktober 2018 - 07:00

Von Sandra Schumacher

Die Gesellschaft verroht. Die Menschen werden immer egoistischer. Der Umgangston ist respektlos. Die Gewaltbereitschaft steigt. Beinahe täglich schallen einem diese Aussagen entgegen, meist gepaart mit einem leidvollen Seufzer und einem Schütteln des weisen Hauptes. Schuld an dieser Entwicklung sind wahlweise die Sozialen Medien, die Jugendlichen, die Lehrer, die Nazis, der Islam, das Fehlen des Kommunismus oder das fliegende Spaghettimonster.

Irgendwo lassen sich doch immer Sündenbocke finden. Und das praktische an denen ist, dass man sie zum einen mit der Gesamtschuld für gesellschaftliche Fehlentwicklungen beladen kann, und dass sie zum anderen ein schmuckes Feindbild abgeben, das verbindet.

Problematisch ist nur, dass sie das eigene Verantwortungsgefühl völlig in den Hintergrund rücken. Denn das eigentliche Problem sind nicht die einzelnen, die mobben, ausrasten, gewalttätig werden, andere ausbeuten oder Schwachsinn brüllend durch die Straßen marschieren. Das Problem ist die stille Mehrheit, die diese Entwicklungen zwar naserümpfend missbilligt, aber trotzdem schweigt und im Zweifel lieber wegschaut, als einzuschreiten, wenn ein Mensch offensichtlich Hilfe braucht.

Eine Kultur des Hinschauens und des aktiven Unterstützens im Konfliktfall, wie sie die Schulsozialarbeiter an den Schulen im Kreis Böblingen zu etablieren versuchen, sollten nicht nur Jugendliche verinnerlichen. Sondern auch all jene, die die aktuellen Entwicklungen mit Sorge betrachten - denn die Gesellschaft verändert sich nicht durch bloßes Kopfschütteln.

 

Hier geht es zum kompletten Artikel (Bezahlbereich)

Hier erklärt Michael groh von der Waldhaus Jugendhilfe, was es mit Mobbing genau auf sich hat (Bezahlbereich)