Heimatkunde für Flüchtlinge auf Schusters Rappen

Naturfreunde Holzgerlingen/Altdorf zeigen Flüchtlingen die Naturschönheiten vor der Haustüre

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    Auf Wanderschaft: Naturfreunde mit Flüchtlingen Foto: Schopf

Artikel vom 05. Mai 2017 - 13:42

HOLZGERLINGEN/WEIL IM SCHÖNBUCH (red). Um besonders schützenswerte Flora und Fauna vor der eigenen Haustüre bekannt zu machen, unternehmen die Naturfreunde Holzgerlingen/Altdorf regelmäßig Wanderungen auf ihrem Naturatrail quer über die Schönbuchlichtung gen Weil im Schönbuch.

Zuletzt haben die Naturfreunde auf sich aufmerksam gemacht, als sie mit gehandicapten Menschen der gemeinnützigen Wohn- und Werkstätten (GWW) den Bromberg im Schönbuch erklommen (die KRZ berichtete). Jetzt haben die Naturfreunde erneut die Wanderstiefel geschnürt - und diesesmal wurden sie von der Holzgerlinger Flüchtlings-Initiative "Wir sind da" (WSD) begleitet. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Flüchtlingen für Flüchtlinge, die Menschen im Raum Böblingen und Sindelfingen die Möglichkeit gibt, sich auszutauschen oder an gemeinsamen Ausflügen und Aktionen teilzunehmen.

Am Bahnhof in Holzgerlingen trafen sich alle Teilnehmer. Neben Holzgerlinger Bürgern und Flüchtlingen aus Afghanistan waren auch die Naturfreunde aus Tübingen dabei. Gemeinsam ging's mit der Schönbuchbahn zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Weil im Schönbuch. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Wanderleiter Reiner Schopf machte sich die Wandergruppe auf den Weg zum ersten Aussichtpunkt, der "Weiler Stadtmauer" bei der Kirche. Weiter ging es zum Marktplatzbrunnen des Bildhauers Helmut Sigg, den über 30 Tierfiguren zieren. Aus Weil heraus führte der Weg entlang des Totenbachtals. Bereits hier zeigte sich, dass die Teilnehmer aus Afghanistan, sprachlich gut gebildet, den Ausführungen des Wanderleiters interessiert folgen konnten. Die Wanderstrecke führte vorbei an Bauernhöfen, Kamelgehegen und Pferdegestüten und anschließend durch Auenwälder zum Segelbachbecken. Das als Regenrückhaltebecken künstlich angelegte Biotop diente als Mittagsrast für das mitgebrachte Rucksackvesper.

Anschließend ging es weiter zum Baumhaushotel bei der Totenbachmühle und hinauf zum Hochplateau über Weil im Schönbuch. Und siehe da: Das Wetter klarte auf, plötzlich öffnete sich der Blick bis zum Trauf der Schwäbischen Alb. Ein Flyer der Naturfreunde vermittelte den Flüchtlingen Wissenswertes zu Flora und Fauna in dem für sie noch so fremden Lebensumfeld.

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