Stadtarchiv Herrenberg: Corona-Alltag dokumentieren

Herrenberger Stadtarchiv sammelt persönliches Material von Bürgerinnen und Bürgern zur Corona-Krise, um es für die Nachwelt festzuhalten

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    Eine Kinderzeichnung: Coronaviren hängen verhängnisvoll über einem Spielplatz Foto: red

Artikel vom 15. Mai 2020 - 16:00

HERRENBERG (red). Als Gedächtnis der Stadt hat das Archiv in Herrenberg die Aufgabe, die Geschichte von Herrenberg in möglichst vielen Facetten festzuhalten. Auch die derzeitige Corona-Krise wird dokumentiert. Deshalb fordert die Stadt alle Einwohner in einer Pressemitteilung dazu auf, persönliches Material zur derzeitigen Corona-Krise abzugeben.

"Um möglichst viele Facetten abzubilden, bemühen wir uns, zusätzlich zur amtlichen Überlieferung mit ihren Verordnungen, Verfügungen und Beschlüssen die persönliche Lebenswirklichkeit der Herrenberger abzubilden und übernehmen aussagekräftige Unterlagen von Privatpersonen, Vereinen und Gruppierungen, erklärt Herrenbergs Stadtarchivarin Stefanie Albus-Kötz und fügt hinzu: "Durch die Corona-Pandemie hat sich unser Alltagsleben so stark und einschneidend geändert wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

Die Auswirkungen dieser Veränderungen möchte das Stadtarchiv umfassend für die Nachwelt festhalten. Denn eines sei sicher: Irgendwann wird ein Historiker über Pandemien und ihre Folgen im 21. Jahrhundert forschen. Dann können die Materialien im Stadtarchiv von Wissenschaftlern als Wissensressourcen genutzt werden.

Das Archiv bittet deshalb um Mithilfe: "Bewahren Sie für diese besondere Zeit typische oder aussagekräftige Unterlagen auf und bieten Sie sie dem Stadtarchiv per Post oder E-Mail zur Archivierung an, lädt Stadtarchivarin Albus-Kötz die Bürgerinnen und Bürger ein.

Notizen, Aufsätze, Flyer und Tagebucheinträge

Als Beispiele nennt sie Aushänge über die Schließung von Geschäften, Schulen oder Kindertageseinrichtungen, Flyer über die Umstellung der Restaurants und Geschäfte auf Abhol- und Lieferservice, Aufforderungen zur Einhaltung der Hygieneregeln, aber auch persönliche Aufzeichnungen wie Tagebucheinträge und Notizen, Aufsätze und Essays, Gedichte oder Zeichnungen, Fotos oder Videos, die Menschen vor Ort im Zusammenhang mit der Corona-Krise angefertigt haben oder noch anfertigen werden.

"Natürlich können wir nicht alles aufbewahren, aber eine Auswahl besonderer oder typischer Stücke würden wir gerne übernehmen, um nachfolgenden Generationen einen Eindruck der momentanen Lebenssituation in Herrenberg zu vermitteln, schildert Albus-Kötz ihre Strategie zur Archivierung der eingeschickten Materialien und Dokumente.

Persönlich erstellte Dokumente sollten unbedingt mit Namen und Datum versehen sein sowie eine Kurzbeschreibung und einige Notizen zum Entstehungshintergrund enthalten. Beigefügt werden sollte auch die Erlaubnis zur Aufbewahrung und Nutzung, mit der Angabe, in welcher Form die eingereichten Dokumente oder Bilder genutzt und gegebenenfalls veröffentlicht werden dürfen.

Als Beispiele genannt werden in der Pressemitteilung "anonym", "mit Namensnennung" oder "nur Nennung des Vornamens". Das Stadtarchiv weist darauf hin, dass es dabei ganz wichtig ist, dass die Urheberrechte anderer respektiert werden und nur Material angeboten wird, zu dem auch Urheberrechte vorhanden sind.

Bei Fragen steht das Stadtarchiv unter der Telefonnummer (0 70 32) 95 46 330 oder per E-Mail (archiv@herrenberg.de) zur Verfügung.

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