"Alle ziehen an einem Strang"

Das Amt für Technik, Umwelt, Grün in Herrenberg stemmt aktuell zahlreiche Zusatzaufgaben

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    Der Schulhof bei der Pfalzgraf-Rudolf- Schule bekommt ein Sitzpodest verpasst Foto: red

Artikel vom 07. Mai 2020 - 18:24

HERRENBERG (red). Es grünt und blüht in der Stadt: Was Bürgerinnen und Bürger, Garten- und Balkonfreunde gleichermaßen erfreut, bedeutet für die Beschäftigten des Amts für Technik, Umwelt, Grün (TUG) jede Menge "Gschäft". Denn jetzt ist die Zeit fürs Pflanzen von Bäumen und Stauden, jetzt werden die Brunnen wieder in Betrieb genommen, jetzt können die Kehrmaschinen wieder im Dauereinsatz fahren. Und dass Hundebesitzer gerne eine Extrarunde mit ihren Vierbeiner drehen, lässt sich am Füllstand der Hundestationen ablesen - das TUG-Team übernimmt die Entsorgung.

"Wenn man so will, ist bei uns gerade Hauptsaison", bringt es Amtsleiter Stefan Kraus auf den Punkt. Zu all den Alltagsaufgaben, zu denen Dauerbrenner wie Transporte, Stadtreinigung, Pflegeschnitte und Mäharbeiten, Beleuchtungsausfälle und Kabelschäden gehören, werden derzeit große Extraprojekte gestemmt.

Allen voran die Freizeitanlage, das TUG-eigene Mammutprojekt, an dem alle drei Abteilungen des Amts schon seit Monaten Hand in Hand arbeiten und für dessen ersten Bauabschnitt langsam aber sicher der Endspurt ansteht. Doch auch nebenan, auf dem Gelände des Schulzentrums Längenholz war das Team zuletzt aktiv. Zuerst hat der Teich des Schickhardt-Gymnasiums eine neue Sitzauflage bekommen, dann wurde vor der Pfalzgraf-Rudolf-Schule ein Sitzpodest gebaut. "Wir haben die Zeit ohne Schulunterricht optimal genutzt und konnten ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen auch am Vormittag dort arbeiten", nennt Kraus einen Vorteil, der sich aus der aktuellen Situation ergab.

Für den Amtsleiter aber weitaus wichtiger: "Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig und richtig die Weichenstellungen waren, die wir in den letzten beiden Jahren vorgenommen haben." Er meint damit die Veränderungen, die mit den Schlagwörtern Prozessoptimierung, Digitalisierung und selbstorganisiertes Arbeiten zusammengefasst werden können. Gemeinsam mit der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg wurde an diversen Stellschrauben gedreht. So wurde der digitale Schadensmelder eingeführt, der eine kontaktlose Bürgerkommunikation ermöglicht. Arbeitsabläufe wurden digitalisiert, alle Mitarbeitenden des Amtes mit Smartphones ausgestattet - über die sie auch Aufträge zugeteilt bekommen. Die Abteilungen Bauhof und Elektro arbeiten zusätzlich mit einem sogenannten Kanban-System, womit die anderen Fachämter automatisch eine Rückmeldung bekommen, sobald die erteilten Aufträge erledigt sind. "Für uns sind das alles Automatismen, die entscheidend dazu beitragen, dass wir diese Corona-Zeit so gut meistern können", sagt Kraus.

Dank des stadtweiten LoRaWan-Funknetzes ergeben sich weitere Vorteile: Durch den Einbau von Mülleimersensoren können die Leerungen der großen Unterflurmülleimer-Behälter "just in time" und auch planbar erfolgen - damit bleibt den Mitarbeitenden mehr Spielraum für andere Tätigkeiten. So konnte in den letzten Wochen der von den Stadtwerken und der Stabi initiierte Bücher- und Medien-Lieferdienst unterstützt werden.

Eine der wichtigsten Entscheidungen sei es aber gewesen, eine flexible Organisationsstruktur beim TUG einzuführen. Die Selbst-Organisation in der Abteilung ist auf dem Vormarsch. So hat sich ein Team aus den eigenen Reihen um die Neuanschaffung von E-Rasenmähern gekümmert, während die Gärtner neue Pflanzkonzepte erarbeitet und umgesetzt haben.

Die Prozesse, die in der Herrenberger Stadtverwaltung und beim Amt für Technik, Umwelt, Grün umgesetzt wurden, hat die Hochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg in einem eBook und im Softcover auf https://www. springer.com/gp/book/9783658294632# otherversion=9783658294649 publiziert.
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