Herrenberg: Kitas bleiben weiterhin geschlossen

Notbetreuung in Herrenberg wird ausgeweitet - Gesundheitsschutz vor allem bei Mitarbeitenden hat Vorrang

Artikel vom 22. April 2020 - 19:00

HERRENBERG (red). Das baden-württembergische Kultusministerium hat am Montag die Regelung für eine erweiterte Notbetreuung an den Kindertageseinrichtungen, an Grundschulen sowie weiterführenden Schulen konkretisiert. Diese gilt ab 27. April. Der reguläre Betrieb von Kindertageseinrichtungen ist weiterhin untersagt. Außerdem hat das Ministerium den schrittweisen Start der Schulen ab dem 4. Mai skizziert. In Herrenberg werden wie in allen anderen Städten im Land zunächst die Abschlussklassen wieder an die Schulen zurückkehren.

Künftig werden auch Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse in die Notbetreuung mit einbezogen. Neu ist zudem, dass nicht nur Kinder, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur arbeiten, Anspruch auf eine Notbetreuung haben, sondern auch Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise das alleinerziehende Elternteil von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten und einer präsenzpflichtigen Arbeit nachgehen. Eltern müssen eine Bescheinigung von ihrem Arbeitgeber vorlegen sowie bestätigen, dass eine familiäre oder anderweitige Betreuung nicht möglich ist. Die entsprechenden Formulare, um eine Notbetreuung zu beantragen, sind unter http://www.herrenberg.de/corona zu finden.

Notbetreuung in kleinen Gruppen

Die Stadt Herrenberg appelliert an die Eltern, gut und verantwortungsbewusst zu prüfen, ob eine Notbetreuung unbedingt notwendig ist, oder das Kind in familiärer Abstimmung betreut werden kann. Möglicherweise können Wochenarbeitstage unter den Eltern aufgeteilt oder in Schichten die zu erbringenden Arbeitszeiten geleistet werden. Kinder können die Abstandsregelung und Hygienemaßnahmen nicht im erforderlichen Maß einhalten. Dies gestaltet sich umso schwieriger, je mehr Kinder beisammen sind. Oberstes Ziel muss trotz Notbetreuung weiterhin der Gesundheitsschutz sein, so dass eine zweite Infektionswelle auf jeden Fall verhindert werden kann. Dabei muss auch in besonderem Maß an die Mitarbeitenden der Einrichtungen gedacht werden.

Inwieweit sich die Zahl der Kinder in der Notbetreuung ab 27. April erhöht, kann das Amt für Familie, Bildung und Soziales bislang noch nicht absehen. Die Notbetreuung wird vorrangig in der jeweiligen Einrichtung, die das Kind bisher besucht hat, in möglichst kleinen Gruppen (nicht im offenen Konzept) stattfinden, in der Hoffnung die Sicherstellung des Infektions- und Gesundheitsschutzes bestmöglich gewährleisten zu können. Gehen mehr Anmeldungen ein als Betreuungskapazitäten zur Verfügung stehen, hat die Landesregierung klare Vorgaben gemacht. Demnach haben Kinder Vorrang, bei denen ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur arbeitet und unabkömmlich ist; Kinder, deren Kindeswohl gefährdet ist sowie Kinder, die im Haushalt einer oder eines Alleinerziehenden leben.

Ab dem 4. Mai 2020 startet in Baden-Württemberg schrittweise und stark eingeschränkt der Schulbetrieb. Der Präsenzunterricht beginnt mit Schülerinnen und Schülern aller allgemeinbildenden Schulen, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 und 10 in Realschulen und Gemeinschaftsschulen sowie Prüfungsklassen der beruflichen Schulen. Die Prüfungsvorbereitung hat damit laut Landesverordnung absolut Vorrang. Die Grundschulen beginnen, so das Kultusministerium, zu einem späteren Zeitpunkt. Sporthallen und Schwimmbäder bleiben weiterhin geschlossen.

Die Stadt Herrenberg als Schulträger ist mit den Schulleitungen über die Öffnung der Schulen im Austausch. Themen sind dabei unter anderem die Hygienevorschriften, die Reinigung und die Einhaltung der Abstandsregeln, nicht nur im Klassenraum, sondern auch in den Pausen und in den Schulsekretariaten sowie die Schülerbeförderung.

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