Herrenberg: Stadt und Bürger suchen nach Lösung fürs Alzental

Die Verwaltung hat zu dem Thema in die Stadthalle eingeladen - Großes Interesse

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    Bis Mitte Dezember wird die Verkehrsführung im Alzental verändert, betroffen ist vor allem die Gültsteiner Straße Plan: Stadt Herrenberg

Groß war das Interesse bei den betroffenen Bewohnern des Alzentals und entsprechend hoch die Konzentration: Zum Austausch über Lösungen für das vom Durchgangsverkehr geplagte Wohnviertel hatte die Verwaltung vorige Woche in die Stadthalle eingeladen (die KRZ berichtete).

Artikel vom 04. Dezember 2019 - 17:18

HERRENBERG (red). Rund 250 Bürgerinnen und Bürger nahmen sich drei Stunden Zeit, um mit Bürgermeister Stefan Metzing, Verkehrsplaner Michael Tröger und Ordnungsamtsleiter Dieter Bäuerle auszutüfteln, was den momentanen Ärger verursacht und welche Alternativen es gibt. Schnell war klar, dass die aktuelle Situation rasches Handeln verlangt, weil die versuchsweise Sperrung mancher Durchfahrtstrecken in erster Linie zu einer Verlagerung der Verkehrsbelastung in kleinere Nebenstraßen führte. Die Verkehrssicherheit ist in der Wahrnehmung der Anwohner gefährdet, wie die jüngste Teilnehmerin des Abends, ein etwa zehnjähriges Mädchen, eindrücklich schilderte.

"So kann es nicht bleiben", ist daher ein zentrales Fazit, das Bürgermeister Stefan Metzing zieht - ein Urteil das Ordnungsamtsleiter Bäuerle unterstreicht, er spricht von einem erheblichen Sicherheitsproblem in den Nebenstraßen.

Da in puncto Sicherheit dringender Handlungsbedarf gegeben ist, will die Verwaltung in der nächsten Woche die Verkehrsführung nochmals verändern. "Wir setzen den Feldversuch fort, reagieren dabei aber wie angekündigt unverzüglich auf die Erkenntnisse der ersten vier Wochen", betont Metzing. Mit regelmäßiger Kontrolle und intensiver Datenerhebung soll die neue Regelung durchgesetzt und ihr Erfolg überprüft werden.

Nächste Woche wird nachgebessert

Als klarer Favorit stellt sich die strikte Trennung der Wohngebiete entlang der Gültsteiner Straße dar. Keinerlei Durchfahrtmöglichkeit in Ost-West-Richtung würde den Schleichverkehr ausbremsen, dafür könnten die Straßen innerhalb der Wohngebiete Alzental und Schafhausfeld jeweils wieder in alle Richtungen geöffnet werden, wie Ordnungsamtsleiter Bäuerle erläutert. Um diesen Effekt zu erzielen, sind eine Reihe von Fahrverbotsschildern entlang der Gültsteiner Straße nötig, die von einer Verengung der Straße auf 3,50 Meter Breite flankiert werden sollen.

So ist die Gültsteiner Straße von der Innenstadt her nur noch bis einschließlich Markusstraße und aus der Gegenrichtung nur bis einschließlich Erhardtstraße befahrbar. Die Weiterfahrt ist jeweils untersagt. Außerdem ist die Einmündung der Johannesstraße von der und zur Gültsteiner Straße in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Einbahnstraßen-Schilder in Goethe- und Erhardtstraße würden hingegen wieder abgebaut.

Diese Lösung ist keine ganz neue Variante: Sie war schon 2018 als "Poller-Lösung" im Gespräch, damals mit der Idee, dass nicht Schilder, sondern Pfosten die Durchfahrt an den Straßen verhindern sollten. Damals ist die Idee am Widerstand der Einsatzkräfte gescheitert, die einen Zeitverlust im Ernstfall befürchtet hatten. Mit der jetzt anvisierten "Schilder-Lösung" steigt der Kontrollaufwand für Ordnungsamt und Polizei. Auch diese Verkehrsregelung soll zunächst versuchsweise eingeführt und während der im kommenden Jahr geplanten Sperrungen und Baumaßnahmen auf der Hindenburgstraße und Seestraße auf den Prüfstand kommen.

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