Herrenberg bleibt Fairtrade-Stadt

Zum dritten Mal wird die Gäumetropole ausgezeichnet - Fairness und Regionalität zusammengebracht

Artikel vom 22. Oktober 2019 - 16:18

HERRENBERG (red). Holzgerlingen macht sich bekanntlich ganz frisch auf den Weg zur Fairtrade-Stadt. Diesen Titel haben die Herrenberger den Holzgerlingern voraus. Die Gäumetropole ist nun zum dritten Mal mit dem Siegel ausgezeichnet worden.

Die Stadt Herrenberg erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne und trägt für weitere zwei Jahre den Titel. Die Auszeichnung wurde erstmals 2015 durch den gemeinnützigen Verein TransFair verliehen. Seitdem baut die Stadt Herrenberg ihr Engagement stetig weiter aus.

"Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Herrenberg. Lokale Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten hier eng für das gemeinsame Ziel zusammen", kommentiert Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler. "Es freut mich, dass Herrenberg dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Towns angehört. Wir setzen uns weiter mit viel Elan für den fairen Handel auf lokaler Ebene ein."

Fünf Kriterien müssen dabei erfüllt sein: Bei städtischen Veranstaltungen und im Büro des Oberbürgermeisters muss fair gehandelter Kaffee oder Saft ausgeschenkt werden, der Gemeinderat hält die Unterstützung des fairen Handels in einem Ratsbeschluss fest, eine Steuerungsgruppe innerhalb der Kommune koordiniert alle Aktivitäten, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort.

In den letzten vier Jahren ist in Herrenberg einiges in Bewegung gekommen: Von Anfang an waren sich die Beteiligten einig, dass der Herrenberger Weg "fair" und "regional" in Einklang bringen sollte. Auch die Mitmach-Mentalität durfte nicht fehlen: Mit der Herrenberger Fairtrade-Familie wurde ein stadtweites Netzwerk von allen Engagierten ins Leben gerufen; und "Diplom-Bananologen" wurden ausgebildet als Multiplikatorinnen und Bildungsreferentinnen für die Arbeit in Kindergärten und Schulen.

"Wir verstehen die bestätigte Auszeichnung als Motivation und Aufforderung für weiterführendes Engagement. Die fünf Kriterien sind nur die Basis. In Herrenberg passiert sehr viel darüber hinaus", sagt Lena Schuldt, die als Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik die Bewerbung für die Titelerneuerung eingereicht hat. Geplant seien vermehrt Projekte mit Verwaltung und Bürgerschaft in Anlehnung an die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, die sogenannten SDGs (englisch: Sustainable Development Goals).

Herrenberg ist eine von über 630 Fairtrade-Towns in Deutschland. Das globale Netzwerk umfasst über 2000 Fairtrade-Towns in insgesamt 36 Ländern. Weitere Informationen unter http://www.fairtrade-towns.de im Netz.
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