Umgestaltung der B 14, Seestraße Herrenberg, soll Trennwirkung überwinden

Ein Platz, der über die Straße hinüberwächst

  • img
    Zuerst erhält der Straßenraum ein neues Gesicht, erst danach wird der Seelesplatz, der sich entlang der Stadtmauer vom Nufringer Tor bis zum Bronntor erstreckt, umgestaltet Foto: Käthe Ruess

Rechtzeitig zur Eröffnung des Neubaus auf dem Seeländer-Areal im Herbst nächsten Jahres soll auch die Umgestaltung der See- und der Stadthallenstraße abgeschlossen sein: Die bisherige trennende Wirkung der Bundesstraße zwischen Innen- und Altstadt soll dabei so weitgehend wie möglich beseitigt werden.

Artikel vom 17. Oktober 2019 - 14:12

Von Käthe Ruess

HERRENBERG. Um diesen laut Oberbürgermeister Thomas Sprißler "extrem sportlichen Zeitplan" halten zu können, ist nun der Gemeinderat gefordert: In seiner Sitzung nächsten Dienstag soll er über die vorliegende Planung beschließen, die die Stadtverwaltung dem Technischen Ausschusses am Dienstagabend gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Stefan Fromm vorgestellt hatte. Der Inhaber des gleichnamigen Dettenhausener Landschaftsarchitekturbüros hatte im September 2018 gemeinsam mit dem Stuttgarter Stadtplanern von Wick + Partner den von der Stadt ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb in diesem Bereich für sich entschieden.

Bauarbeiten starten im Frühjahr, Bundesstraße wird voll gesperrt

Die Pläne, die bisher mit knapp 1,4 Millionen Euro kalkuliert werden, sehen vor, dass Seestraße plus Stadthallenstraße ihr neues Gesicht ab dem zeitigen Frühjahr 2020 erhalten. Ausgeführt werden sollen die Arbeiten in zwei Bauabschnitten unter Vollsperrung. Größte Neuerung auf der Seestraße selbst sind, wie die KRZ berichtete, die beiden 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radler, die die 2,50 Meter breite Fahrbahnen in beiden Fahrtrichtungen ergänzen sollen. Das Tempolimit für den Autoverkehr wird in diesem Bereich im Zuge des Modellstadtprojekts dynamisch auf 20 bis 40 Kilometer pro Stunde reduziert.

Im Bereich des neuen Seeländerplatzes soll zudem eine rund 35 Meter lange bodenebene Mittelinsel die Überquerung der Straße für Fußgänger vereinfachen. Dort soll der Straßenbelag mit einer Epoxidharzbeschichtung farblich ähnlich wie das angrenzende grau-beige abgestufte Pflaster gestaltet werden. So entstehe optisch ein zusammenhängender Platz, der über die Straße "hinüberwächst", erläuterte Fromm die Gestaltung. Diese sei, so betonten sowohl Landschaftsarchitekt als auch Rathauschef, final mit dem Regierungspräsidium abgestimmt und werde von dort mitgetragen.

Sieben Bäume fallen der Aufweitung des Straßenraums zum Opfer

Durch die zusätzlichen Schutzstreifen wird die Straße aber insgesamt breiter. Ein Umstand, den sowohl Jörn Gutbier (Grüne) als auch Bodo Philipsen (SPD) insbesondere unter optischen Aspekten monierten. Thomas Deines (Freie Wähler) mahnte in diesem Zusammenhang ebenfalls eine bessere Erkennbarkeit des neuen Angebots für Radfahrer an. Seine Idee: Die spezielle Fahrbahn-Farbgebung im Bereich des Seeländerplatzes könnte auf den Schutzstreifen für Radfahrer fortgeführt werden. Ob dies möglich ist, werden Verwaltung und Landschaftsarchitekt nun prüfen.

Durch die Verbreiterung des Straßenquerschnitts können sieben Bäume in der ersten Reihe entlang des Straßenverlaufs - sechs Platanen und eine Linde - auf keinen Fall erhalten werden, da zu stark in deren Wurzelbereich eingegriffen wird. Da diese rund 30 Jahre alten Bäume in einer Baumschule "auch fast so" gekauft werden können, sei eine Großbaumverpflanzung nicht wirtschaftlich, zumal es auch keine Garantie gebe, dass dies gelinge, erläuterte Fromm. Dieser Umstand schmerze sie, bekannte Dr. Heike Voelker (Grüne). Sie könne dies aber "ein Stück weit verstehen", da die Standfestigkeit der Bäume ja gewährleistet werden müsse. Daher bat sie darum, die auf dem Seelesplatz vorgesehenen Pflanzgruben in puncto Substrat sowie Bewässerungstechnik qualitativ hochwertig auszugestalten und eine zukunftsfähige Baumartenauswahl zu treffen, um so wenigstens die Chancen zu ergreifen, die dieser Eingriff mit sich bringe.

Dies war eine von mehreren Anregungen, die Verwaltung und Planer für den Seelesplatz, der sich vom Nufringer Tor bis zum Bronntor entlang der Stadtmauer erstreckt, mit aus der Sitzung nahmen. Weitere beschäftigten sich mit Beleuchtungsfragen, der Ausgestaltung der dort laut Siegerentwurf vorgesehenen Wasserfläche und der Nutzung der drei Pavillons, die dort entstehen sollen.

Über die konkrete Gestaltung wird erst im nächsten Jahr entschieden, da der Umbau in diesem Bereich erst im Anschluss an die Straßenumgestaltung erfolgen wird.

Verwandte Artikel