Patientenumfrage im Herrenberger Krankenhaus weist auf hohe Zufriedenheit der Patienten hin

Hebammenkreißsaal wird zehn Jahre alt

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    Bis zu 1400 Mal im Jahr starten Eltern im Krankenhaus Herrenberg in das Abenteuer Familie F: red

Artikel vom 30. Juli 2019 - 17:36

HERRENBERG (red). Im Herbst 2009 wurde der Hebammenkreißsaal im Herrenberger Krankenhaus eröffnet. "Ein Erfolgsmodell, wie die konstant hohen Geburtenzahlen und eine aktuelle Patientenumfrage bezeugen", heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

Die Umfrage wurde von einem unabhängigen Institut durchgeführt und mache eines deutlich: Die Herrenberger Geburtsklinik muss den (bundesweiten) Vergleich nicht scheuen. Die befragten Wöchnerinnen haben der Klinik ein gutes Zeugnis ausgestellt, die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen erhielt häufig die Note gut oder ausgezeichnet. Die Behandlung insgesamt wurde von 96,3 Prozent der Befragten mit "gut" oder besser bewertet. Aber es gibt auch Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Die Kritik an der Essensqualität wurde an die richtigen Stellen weitergeleitet. Was die Faktoren Schmerzkontrolle während der Geburt und das Entlassmanagement anlangt, wurden bereits erste Maßnahmen eingeleitet. "Wir werden ausführlicher über alternative Mittel für die Schmerzkontrolle informieren und sind derzeit dabei, neue Standards für die Patientenentlassung zu erarbeiten", sagt Ines Vogel, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Der Erfolg fußt laut Pressemitteilung auf drei Säulen. "Wir sind als babyfreundliche Klinik zertifiziert und unser Hauptaugenmerk liegt auf einer natürlichen Geburt", zählt Vogel auf. Wenn möglich, wird also auf Interventionen verzichtet. Hinzu kommt das Konzept des Hebammenkreißsaals. Mit diesem hat man seinerzeit Neuland betreten und bis heute ein Alleinstellungsmerkmal inne. Denn neben dem Herrenberger Haus gibt es bundesweit nur noch drei weitere Kliniken, die diesen Dreiklang bieten, der vor allem ein Ziel hat: "Wir bieten den Frauen die Möglichkeit und auch die Bedingungen, die es ihnen ermöglichen, selbstbestimmt zu gebären", fasst Gudrun Zecha, leitende Hebamme, den Grundgedanken zusammen. Wobei "selbstbestimmt" nicht allein eine Wunsch- und Kopfsache sei. "Es bedeutet auch, dass wir auf die Signale des Körpers hören und ihm die Zeit geben, die er für die Geburt braucht", sagt Gudrun Zecha. "Die Eigenkompetenz wird so von Anfang an gefördert, die Bindung zwischen Mutter und Kind kann besser entstehen und die Frauen sind so gestärkt für die Herausforderungen, die die frühe Elternschaft an sie stellt."

1234 Babys haben hier das Licht der Welt erblickt

Von den jährlich knapp 1400 Neugeborenen kommen mittlerweile bis zu 170 im Hebammenkreißsaal auf die Welt - in zehn Jahren bislang 1234. Gudrun Zecha und Ines Vogel ziehen anlässlich des ersten runden Geburtstags ein durchweg positives Fazit: "Mit der Einführung des Hebammenkreißsaals hat sich die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Hebammen und Pflegepersonal extrem verbessert und das gegenseitige Verständnis für die Arbeit des jeweils anderen ebenso." Vom guten Miteinander profitieren letztendlich alle: Die Mitarbeiter, aufgrund des guten Arbeitsklimas. Die Klinik, weil sich trotz Fachkräftemangels immer noch genügend Bewerber finden lassen. Das wichtigste aber: Die werdenden Eltern und Neugeborenen, die in der Herrenberger Geburtshilfe gemeinsam in das Abenteuer Familie starten.

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