80-köpfiges Bläserensemble bei der Biennale Sindelfingen

Gemeinsames Konzert von jungen Musikern und Landespolizeiorchester

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    Unvergessliche Erfahrung: Unter der Leitung von Stefan Halder spielen Sindelfinger Nachwuchsmusiker gemeinsam mit dem Landespolizeiorchester Foto: Renate Lang

Artikel vom 16. Juli 2019 - 17:54

Von Renate Lang

SINDELFINGEN. "Winds" lautete der Titel einer Veranstaltung im Rahmen der Biennale Sindelfingen am Sonntagabend. Rund 400 Besucher waren der Einladung in die Stadthalle gefolgt und lauschten fast drei Stunden lang den "Winden" aus diversen Blasinstrumenten. Mitglieder der Jugendblasorchester Maichingen und Sindelfingen, Schüler der Realschule Hinterweil und das Landespolizeiorchester (LPO) standen in verschiedenen Formationen auf der Bühne.

Der erste Block vor der Pause gehörte den Jugendblasorchestern, der zweite dem LPO. Nach der Pause musizierten beide gemeinsam. Die Idee zu dieser Veranstaltung hatte Timo Kächele. Er leitet das Jugendblasorchester in Maichingen und ist Posaunist im LPO. Bei einem zufälligen Treffen mit Markus Nau hatte Kächele vorgeschlagen, das LPO doch einmal gemeinsam mit den Jugendlichen musizieren zu lassen. Nau, Musikschulleiter und Leiter von Jugendblasorchester und Stadtkapelle Sindelfingen, war von der Idee sofort angetan. Er griff den Gedanken auf und baute ihn mit dem Biennale-Team weiter aus.

Professor Stefan Halder, Leiter des LPO und Luise Kalscheuer, Konzertmanagerin des LPO, signalisierten ihre Bereitschaft, mitzumachen. Es folgte eine lange, gemeinsame Arbeit. Ein gemeinsames Programm wurde erstellt und Mitglieder des LPO probten zusammen mit den jungen Musikern aus Sindelfingen und Maichingen.

Am Sonntag war es dann soweit. Markus Nau und Timo Kächele begrüßten das Publikum und beschrieben nochmal kurz die Entwicklung dieses Events. "Wir nehmen in der Biennale auch unsere Jugend mit, sowohl im Backstage-Bereich als auch künstlerisch", erklärte Nau.

Rund 50 Jugendliche füllten die Bühne und los ging es mit "Songs of the North". Gefolgt von Highlights aus Disneys "Aladdin" über "Apollo 11 - Mission to the Moon" (passend zum diesjährigen 50. Jahrestag der ersten Mondlandung) bis hin zu "When I'm Sixty-Four" von den Beatles.

Danach betraten die Profis vom LPO die Bühne. Nach den "Armenischen Tänzen" begrüßte ihr Leiter Prof. Stefan R. Halder vergnüglich das Publikum. Er gab seiner Freude Ausdruck, nun auch mal mit seinem Orchester in der schönen Halle in Sindelfingen auftreten zu dürfen. Er finde es schon verwunderlich, so Halder weiter, dass er mit seinem Orchester noch zu keinem größeren Auftritt nach Sindelfingen eingeladen worden sei - trotz der kurzen Entfernung zum Standort des LPO in Böblingen. Er wies darauf hin, dass es eine Mission des LPO sei, dass die Polizei auch bei der Jugend als Bürgerpolizei erkannt werde und als Institution in der Mitte der Gesellschaft.

Das folgende Stück war eine Komposition eines ehemaligen LPO Musikers, der schon damals seine Freude am Komponieren hatte und noch zusätzlich Kompositionslehre studiert hat. Es ist der Schwäbischen Alb gewidmet und trägt den Titel "Die Echaz." Nikodemus Gollnau hat zusammen mit Johannes Mittel eine wunderbare musikalische Beschreibung dieses Flüsschens in Anlehnung an "die Moldau" geschaffen. Es war eine Freude, zu erleben, wie Halder mit Bestimmtheit, Können und Charisma zusammen mit seinen Musikern diesen musikalischen Stoff verarbeitet und präsentiert hat.

Nach einer "Jazz Suite" mit Posaunen Solo von Timo Kächele endete der erste Teil mit einer kleinen Hommage an die Badener, die, so Halder, auch nicht zu kurz kommen sollten. Zitate aus der Musik von den badischen Künstlern Xavier Naidoo, Glasperlenspiel, Laith al Deen, Fools Garden, Max Mutzke und Max Giesinger konnten vom versierten Zuhörer erkannt werden. Der Komponist Thomas Förster war übrigens ein Schüler von Professor Halder.

Erlös des Konzertes für das Deutsche Kinderhilfswerk

Nach der Pause begrüßte OB Dr. Vöhringer die Besucher, lobte die Veranstalter und die Mitwirkenden und meinte zu dem Leiter des LPO gewandt: "Sie dürfen wiederkommen. Sie haben sich erfolgreich beworben." Er freute sich darüber, zusammen mit den musikalischen Leitern den Erlös des Konzertes in Form eines Schecks über 4500 Euro an Michael Kruse, dem Vertreter des Deutschen Kinderhilfswerks, übergeben zu können.

Den Rest des Abends bestritten LPO und die jungen Musiker aus Sindelfingen und Maichingen Seite an Seite auf der Bühne. Mit etwa 80 Mitwirkenden war das Podium damit gut gefüllt. Die Gesamtleitung lag bei Stefan Halder.

Filmmusiken aus "Nanga Parbat", "La La Land", "Backdraft" und "How to train your Dragon" bei denen auch mal die Schüler ein Solo übernehmen durften, füllten den Rest der Zeit. Das Zusammenspiel klappte großartig, die Trainingssessions haben Früchte getragen. Es war sicher eine unvergessliche Erfahrung für die jungen Musiker.

Nette Geste am Rand: Ein kleiner Schlagzeuger mit dem Namen Emil wurde freundlicherweise von seinem großen Kollegen vom LPO über die großen Trommeln hochgehoben, um seinen verdienten Applaus entgegennehmen zu können.

Nach langem Applaus und Beifall im Stehen dirigierte Timo Kächele eine Zugabe und mit einem Marsch als letzte Zugabe beendete Markus Nau am Dirigierpult dieses unvergessliche Konzert.

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