Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal würdigt ihre Mitarbeiter

Für eine solidarische Finanzierung der Pflege

Artikel vom 09. Mai 2019 - 17:06

HERRENBERG (red). Zum internationalen Tag der Pflege am 12. Mai ruft die Diakonie Württemberg zur gesellschaftlichen Wertschätzung der Pflegeberufe auf. Die Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal beteiligt sich mit einer Würdigung ihrer Mitarbeiter.

"Es muss im Bewusstsein aller verankert sein, dass Pflegekräfte einen unverzicht-baren Dienst leisten und wir diesen Einsatz gemeinschaftlich finanzieren müssen", sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. Pflegekräfte im stationären und ambulanten Bereich kümmern sich täglich um Menschen, die teils dauerhaft auf Pflege angewiesen sind. "Ohne ihren enormen Einsatz und die Mitarbeitenden im hauswirtschaftlichen Bereich könnte unser Gesundheitswesen gar nicht funktionieren", sagt Michael Köhler, vom Vorstand der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal. Deshalb wird die Diakonieschwesternschaft eine Schokoladenaktion starten und alle Mitarbeitenden als Alltagshelden der Pflege auszeichnen. Was die Finanzierung der Pflege anbelangt, brauche es den gesellschaftlichen Konsens darüber, dass Aufwendungen für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Zeit für Menschen in der Kranken- und Altenpflege nicht nur zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen dürfen.

Tarifsteigerungen nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen

Dieter Kaufmann ist der Überzeugung, dass "es nicht sein kann, dass jede Tarifsteigerung und jede leichte Verbesserung der Personalsituation in der Pflege nur die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen stemmen müssen."

Um aus diesem Dilemma herauszukommen, fordert die Diakonie, die Pflegeversicherung neu zu justieren. "Das ist eine grundsätzlich politische Frage, die nur politisch gelöst werden kann", sagt Kirchenrätin Eva-Maria-Armbruster, Vorstand Sozialpolitik des Diakonischen Werks Württemberg. "Bisher haben wir ein System mit einer großen Eigenbeteiligung der Betroffenen. Dies führt bei allen Menschen mit hohem Versorgungsbedarf zu einer überproportionalen Belastung", so die Kirchenrätin.

Verwandte Artikel