Flatterulme schlägt Wurzeln in Herrenberg

Gemeinsame Pflanzaktion für den Baum des Jahres beim neuen Forstbetriebshof

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Artikel vom 15. April 2019 - 17:48

HERRENBERG (red). Gemeinsam ein Zeichen setzen für die Zukunft und die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft: Dieses Hauptanliegen trieb die Akteure um, als sie am vergangenen Freitag im Herrenberger Stadtwald eine Flatterulme ins Erdreich setzten: den Baum des Jahres 2019.

Am 25. April ist internationaler "Tag des Baumes". Die gemeinsame Pflanzaktion des Landkreises Böblingen mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) fand indes schon einige Tage vorher statt. Beim neu gebauten Forstbetriebshof in Herrenberg pflanzte Landrat Roland Bernhard gemeinsam mit dem designierten Herrenberger Finanzbürgermeister Stefan Metzing und Marcel Hagenlocher, Kreisvorsitzender der SDW, eine Flatterulme. Denn diese wurde in diesem Jahr zum Baum des Jahres gekürt.

"Es ist eine schöne Tradition, den Tag des Baumes so zu begehen, dass wir den jeweils gekürten Baum an wechselnden Orten im Landkreis pflanzen", betonte Landrat Roland Bernhard während er die Schaufel schwang. Und hob gleichzeitig auch die Schutzwürdigkeit des Waldes hervor. "Gerade in einem so dicht besiedelten Raum wie dem unsrigen kommt dem Wald als Naherholungsort für die Menschen und als Rückzugsort für die Tierwelt eine große Bedeutung zu."

Bis zu 40 Meter ragt das Gewächs in die Höhe

Der diesjährige Baum des Jahres, die Flatterulme - der lateinische Name lautet Ulmus laevis -, hat ihren Namen vermutlich nicht daher, weil sie durch einen besonders flatterhaften, ausgefransten Wuchs auffallen würde, sondern weil die dünnen Blüten- und Fruchtstiele gerade im Frühjahr, genauer gesagt kurz nach dem Austrieb, so markant im Wind flattern.

Mit bis zu 40 Meter Höhe handelt es sich bei der Flatterulme um einen markanten Baum, der - je nach Standort - eine sehr ausladende Krone ausbilden kann und dank seiner flachen Brettwurzeln auch auf flachgründigen Böden äußerst standfest ist. Wegen ihrer Toleranz gegenüber Streusalz und weil sie auch auf verdichteten Böden gut gedeiht, gilt die Flatterulme als Alleebaum.

Hinzu kommt: Gegenüber den beiden anderen heimischen Ulmenarten, der Berg- und der Feldulme, kann die Flatterulme mit einem entscheidenden Vorteil aufwarten: Sie wird vom Ulmensplintkäfer, der einen ursprünglich aus Ostasien eingeschleppten Pilz überträgt und in Deutschland bekanntermaßen sein Unwesen treibt, überhaupt nicht als Ulme erkannt. Denn die Flatterulme unterschiedet sich von ihren nahezu ausgestorbenen heimischen Artgenossen zum einen durch die Struktur der Rinde und zum anderen durch ihre Inhaltsstoffe. Gleichwohl wird auch die Flatterulme als gefährdete Baumart eingestuft: In sieben Bundesländern steht sie auf der Roten Liste.

Schüler sähen Blühfläche als Heimat für Bienen und Insekten

Damit nicht genug: Im Rahmen der Pflanzaktion säten Schüler der Herrenberger Friedrich-Fröbel-Schule eine Blühfläche rund um den neu gepflanzte Baum aus. Das geschah als Teil des Projekts "Blühender Naturpark", an dem sich auch der Naturpark Schönbuch beteiligt. Damit soll mehr Lebens- und Nahrungsraum für Bienen und Insekten geschaffen werden, um ein blühendes Zeichen gegen das Insektensterben zu setzen.

Die Pflanzaktion zum Tag des Baumes des Landkreises Böblingen in Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zum Tag des Baumes gibt es im Kreis Böblingen bereits seit 2005.
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