Kommunales Kino Herrenberg zeigt am heutigen Freitag Dokumentarfilm "Afro.Deutschland"

Im Anschluss findet eine Diskussion statt

Artikel vom 22. März 2019 - 07:00

HERRENBERG (red). Im März finden traditionell Internationale Wochen gegen Rassismus statt, dieses Jahr unter dem Motto "Europa wählt Menschenwürde". Die von den Vereinten Nationen ausgerufenen Aktionswochen bieten die Möglichkeit, sich über Vorurteile und diskriminierende Verhaltensweisen auszutauschen. Mit einer Veranstaltung am heutigen Freitag, 22. März, um 19.30 Uhr setzt sich die Stadtverwaltung Herrenberg gegen die ungleiche Behandlung von Menschen ein.

Ein Nein zum Rassismus ist eine wichtige Botschaft in der heutigen Zeit, in der Themen wie Migration und Flucht die gesellschaftlichen Debatten prägen. Ein Augenöffner ist die 45-minütige Dokumentation der Hamburger Journalistin Jana Pareigis, die nun im Kommunalen Kino Herrenberg gezeigt wird. Er handelt von Diskriminierungen im Alltag, Einschränkungen beim Zugang zum Arbeits- oder Wohnungsmarkt, Anfeindungen auf der Straße oder im Fußballstadion. Im Film wird die Frage gestellt: "Wie ist es mit dunkler Hautfarbe in Deutschland zu leben - und was müsste sich ändern?"

Steve Lefang sowie weitere Vertreter des Vereins "Eyes on Cameroon" aus Gäufelden schildern nach dem Film die eigenen Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Wenn man wegen der Hautfarbe, wegen des Glaubens oder einfach aufgrund einer anderen kulturellen Prägung ausgeschlossen wird, kann das gravierende Auswirkungen für Betroffene haben: Verunsicherung im öffentlichen Raum, Gefühl der Entwertung sowie gesundheitliche Probleme gehen häufig mit Benachteiligung und Herabwürdigung einher.

Herrenberger Stadtgesellschaft sagt Nein zum Rassismus

Diese Spuren des Rassismus lassen sich auch durch einen respektvollen und solidarischen Umgang vielleicht nicht ganz verwischen, aber abmildern, "indem wir als Stadtgesellschaft den sogenannten Anderen mit Wertschätzung begegnen und die Probleme, die sie durch Ausgrenzung haben, anerkennen und diese immer wieder angehen", sagt Meliha Geiger, Integrationsbeauftragte der Stadt Herrenberg. Dies könne besonders gut in einer Stadt wie Herrenberg gelingen, die schon seit Jahrzehnten durch das friedliche Miteinander in Vielfalt geprägt sei.

Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet seit längerem auch der Arbeitskreis "Fokus Afrika". Unter der Leitung von Eberhard Nestle engagiert sich diese Vereinigung von Institutionen, kirchlichen Gruppen, Vereinen und Privatpersonen aus Herrenberg und Umgebung für bessere Lebensbedingungen auf dem afrikanischen Kontinent und unterstützt mit verschiedenen Aktivitäten die Afrikaner, die hier leben.

Die Veranstaltung findet am Freitag, 22. März, um 19.30 Uhr im Kommunalen Kino in der Herrenberger Volkshochschule statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Gäste aus Nachbarkommunen sind willkommen.

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