Beleuchteter Schönbuchturm: Wie ein Raumschiff im Wald

Aktion am Samstagabend: Ein bunter Hingucker, der zahlreiche Besucher angelockt hat

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    Der Schönbuchturm ist in Regenbogenfarben . . .
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    . .. und in Rot mit Eisblau ein echter Hingucker Fotos: KD Busch

Am Samstag, ist der Schönbuchturm ab Einbruch der Dunkelheit bis 23 Uhr in verschiedenen Farben beleuchtet worden. Eine besondere Installation, die zahlreiche Besucher auf den Herrenberger Stellberg gelockt.

Artikel vom 11. März 2019 - 14:30

Von Mareike Andert

HERRENBERG. Wie ein Raumschiff thront der beleuchtete Schönbuchturm zwischen den dunklen Bäumen. Das mittlere Turmelement leuchtet Eisblau, die Elemente darüber und darunter Weiß. Dann wechseln die Farben. Stellt man sich den Turm als Doppelhelix vor, erstrahlt der eine Strang blau, der andere grün. Dann ist das Holz in warmes Orange getaucht. Nicht Außerirdische haben den Turm beschlagnahmt, sondern 64 LED-Strahler.

Beim Besteigen des Turms werden die Besucher Teil des Lichtermeers. Die oberste Plattform schwankt. Der Wind bläst kräftig ins Gesicht. Besucher ziehen die Kapuzen tiefer ins Gesicht. Der silbrige Schwingungstilger, der oben mittig hängt, reflektiert das eindrucksvolle Farbenspiel.

"Kann ich mir eine Farbe wünschen?", fragt eine Besucherin am Technikzelt. Lichttechniker Benjamin Stöffler von der Herrenberger Firma EMT Event-Media-Tec GmbH verneint. Denn die Lichtshow ist vorprogrammiert. Dafür erstellte er zuerst ein 3D-Modell des Schönbuchturms am Rechner. Anschließend programmierte er die Lichtanimationen ein: 40 verschiedene Einstellungen aus den drei Farben rot, blau, grün plus zwei Weißtöne. Daraus lassen sich alle Farben mischen. Ein Durchlauf der verschiedenen Einstellungen dauert etwa 50 Minuten.

Auf seinem Bildschirm kann Stöffler die Lichtshow nun kontrollieren. Dank der Akku-Strahler braucht es keine Kabel. Nur eines, das in die Mitte des Turms führt. Daran hängt ein kleines Kästchen mit Antenne, die die Strahler über Funk ansteuert. Die Strahler sind am Fuß des Turms sowie auf jeder Ebene angebracht. Sie strahlen die Pfeiler und die jeweils darüber liegenden Plattformen an.

Der Besucherparkplatz ist beinahe voll. Viele Nachtschwärmer haben ihre Fotoausrüstung dabei. Patrick Schwegler steht mit zwei Kumpels auf der ersten Plattform: "Wir haben schon lange nach einem neuen Spot zum Fotografieren gesucht", sagt er lachend. "Und Nachtfotografie ist ziemlich cool. Ich bin zum ersten Mal da, sonst bin ich immer nur mit dem Segelflieger drüber geflogen." Sabine Baldenhofer bestaunt den Turm von unten: "Wunderbar! Das man jetzt bei Nacht hier ist, ist was ganz anderes. Wir sind mit dem Fahrrad von Böblingen hergefahren", erzählt sie und fröstelt etwas. Die Lampen leuchten nun rot und blau, wo die Farbfelder aufeinander treffen mischen sie sich zu lila.

Auch von der Straße zwischen Herrenberg und Hildrizhausen ist der illuminierte Turm zu sehen. Blaue und grüne Farbfetzen blitzen durch die kahlen Äste der Bäume. Stundenlang. Bis um 23 Uhr. Dann gehen die Lichter aus und das farbenfrohe Raumschiff auf dem Stellberg verwandelt sich wieder in einen Turm aus Holz und Metall.

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