Personal-Engpass bei Herrenberger Kitas spitzt sich zu

25 unbesetzte Stellen - Personalausfälle wegen Krankheit und der Fachkräftemangel schlagen zu Buche - Verkürzte Öffnungszeiten

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    Im Kinderhaus Alzental mussten Ende Januar Öffnungszeiten eingeschränkt werden Foto: red

Artikel vom 13. Februar 2019 - 16:06

HERRENBERG (red). Der Betreuungs-Engpass in den Herrenberger Kindertageseinrichtungen spitzt sich zu. Der Grund sind Personalausfälle wegen Krankheit und Beschäftigungsverboten, etwa bei Schwangerschaften, aber auch der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich insgesamt. 25 Stellen kann das Amt für Familie, Bildung und Soziales aktuell nicht besetzen. Ein Notfallplan für jede einzelne Kindertageseinrichtung soll Abhilfe schaffen. Eine Einschränkung bei den Betreuungszeiten wird in einigen Häusern aber nicht zu vermeiden sein, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit.

"Die Lage ist für alle Seiten unbefriedigend", schildert Johannes Roller, Leiter des Amts für Familie, Bildung und Soziales, die momentane Situation. Jede Woche, zu Grippezeiten fast täglich, versuchten Mitarbeiterinnen des Fachdiensts Kindertageseinrichtungen, personelle Lücken zu stopfen.

Erzieherinnen aus den noch einigermaßen gut besetzten Einrichtungen werden in Häuser mit dünner Personaldecke geschickt, um dort einige Tage auszuhelfen. Denn der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpersonalschlüssel muss zwingend eingehalten werden, um Bildung und Betreuung in einem angemessenen Rahmen zu gewährleisten. "Mit Springkräften, die ursprünglich für Krankheitsfälle vorgesehen sind, können wir die Löcher längst nicht mehr stopfen", erklärt der Amtsleiter. Die Erzieherinnen und Erzieher arbeiteten seit Monaten am Limit. Alle Ressourcen seien ausgeschöpft. 25 Stellen können momentan nicht besetzt werden. Nicht nur in Herrenberg wird der Mangel an qualifizierten Fachkräften zunehmend zum Problem, alle Städte und Gemeinden im Landkreis Böblingen sind gleichermaßen betroffen, meint die Verwaltung.

Für die Kinder bedeutet der Engpass einen häufigeren Wechsel der Betreuungspersonen, so Roller, wohl wissend, dass Kontinuität und Verlässlichkeit bei den Bezugspersonen für jedes Kind wichtig sind.

Das Amt für Familie, Bildung und Soziales will nun einen Notfallplan für jede einzelne Kindertagesstätte erarbeiten. Die Leitungen der Einrichtungen werden dazu zunächst mit den Elternvertretern und Familien ins Gespräch gehen und den genauen Bedarf erheben. Ziel des Notfallplans ist es, verlässliche Betreuungszeiten für Eltern und Fachkräfte bis zum Ende des Kindergartenjahres im August zu vereinbaren. Außerdem soll der Plan mit Blick auf die Kinder für mehr Konstanz im Erziehenden-Team sorgen. "Das Wohl des Kindes steht für uns an erster Stelle", sagt Johannes Roller.

Eine Kürzung der Öffnungszeiten an Randzeiten, also am frühen Morgen oder am Abend, wird in einigen Einrichtungen nicht zu vermeiden sein. Weitere Optionen wären die Einrichtung von Notgruppen und Eltern zur Unterstützung anzufragen. Wo es zu verkürzten Öffnungszeiten kommt, werden Gebühren satzungsgemäß zurückerstattet.

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