Mann stürzt sich vom Schönbuchturm in den Tod

Laut Polizei handelt es sich zweifelsfrei um einen Suizid - Es gibt keine Vorkehrungen, die dagegen getroffen werden könnten

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    Ein Bild aus besseren Tagen: der Turm bei seiner Eröffnung im Juni 2018 Foto: Bischof

Artikel vom 18. Januar 2019 - 12:42

Von Martin Müller

HERRENBERG. Ein älterer Herr aus dem Landkreis Böblingen hat sich am Donnerstag vom Schönbuchturm auf dem Herrenberger Stellberg in den Tod gestürzt. Er wurde gegen 13.40 Uhr von Spaziergängern entdeckt.

Ein hinzugezogener Notarzt konnte nur den Tod des Mannes feststellen. Die Kriminalpolizei hatte daraufhin die Durchführung einer Leichenschau angeordnet und die Angehörigen befragt. Ein Fremdverschulden wird nach den Ermittlungsergebnissen definitiv ausgeschlossen.

Polizeisprecherin Yvonne Schächtele teilt auf Nachfrage der Kreiszeitung mit: "Es handelt sich um einen Suizid. Mehr ist dazu nicht zu sagen." Offenbar war der Mann mit der festen Absicht, sich dass Leben zunehmen, auf den Turm hinaufgestiegen, hatte die Absperrvorrichtungen überwunden, um sich dann in die Tiefe zu stürzen.

"Menschen, die eine Selbsttötungsabsicht haben, finden mit Sicherheit auch einen Weg", kommentiert die Polizeisprecherin den Vorfall. Generell übten hohe Gebäude wie auch Brücken beispielsweise auf Menschen, die Suizidgedanken plagen, eine gewisse Anziehungskraft aus. Durch Schutzvorrichtungen könne dem nicht begegnet werden: "Wir werden um den Turm jetzt sicher nicht einen Zaun bauen", so Schächtele, schließlich sei der Turm dafür gemacht, hinaufzusteigen und die schöne Aussicht zu genießen.

Acht Monate nach seiner Eröffnung handelt es sich um den ersten Suizid, der am Turm verübt wurde. Im Landratsamt zeigt man sich über den Vorfall schockiert. Landrat Roland Bernhard erklärt auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Fördervereins Schönbuchturm: "Der schreckliche Todesfall am Schönbuchturm macht uns alle fassungslos und tief betroffen. Unsere Gedanken und Anteilnahme gelten den Angehörigen des Verstorbenen." Bernhard betont aber auch, dass aus planerischer und baurechtlicher Sicht "alle erforderlichen Sicherungsmaßnahmen am Turm" umgesetzt worden seien.

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