Flugsportler packen an im Stadtwald Herrenberg

Ein Weidewald entsteht beim Mönchberger Sattel

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    Das artenreiche Wald- und Naturschutzgebiet von der Viehweide in Neuweiler steht Pate für das Vorhaben beim Mönchberger Sattel F: TB

Artikel vom 10. Januar 2019 - 08:00

MÖNCHBERG (red). In der Nähe des Mönchberger Sattels im Stadtwald Herrenberg soll auf einem sieben Hektar großen Waldstück eine Waldweide entstehen. An der Aktion des Fördervereins Naturpark Schönbuch nahmen insgesamt rund 80 Personen teil. "In dieser historischen Nutzungsform soll der Wald mit der Hilfe von Galloway-Rindern gepflegt und erlebbar gemacht werden", so Waldenbuchs Bürgermeister Michael Lutz in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Fördervereins. Die freiwilligen Helfer sammelten Äste, Zweige sowie kleine Holzstämme ein, um Stolperfallen zu vermeiden.

Mathias Allgäuer, Geschäftsführer des Naturparks, erläutert den Hintergrund des Projekts: "Bevor die Stallhaltung vor rund 200 Jahren eingeführt wurde, sind große Teile des Schönbuchs als Waldweide genutzt worden." Johann Wolfgang von Goethe sah deshalb keinen Wald mehr, als er auf einer Reise in die Schweiz 1797 durch den Schönbuch kam, sondern lediglich "einzelne Eichbäume auf der Trift" - sprich Weidewiesen. Damals hatte fast jeder Beruf mit dem Rohstoff Holz zu tun und auch die Schönbuchgemeinden haben in großem Umfang auf die Ressource Holz zugegriffen. Anfang des 19. Jahrhunderts erkannten der württembergische König Friedrich, dass die Übernutzung des Schönbuchs schädlich ist. Er untersagte die unkontrollierte Nutzung und löste die jahrhundertelang ausgeübten Nutzungsrechte der Gemeinden und ihrer Bürger ab.

Infolgedessen wurde festgelegt, dass nur so viel Holz entnommen werden darf, wie im gleichen Zeitraum wieder nachwächst. "So wird auch heute noch der Begriff Nachhaltigkeit verstanden. Er gilt als oberstes Prinzip der forstwirtschaftlichen Nutzung. Die Naturparkbesucher werden dank des Einsatzes des Forstamtes und Fördervereins Naturpark zukünftig an diese historische Nutzungsform erinnert", erläutert Allgäuer.

Mit von der Partie bei der jüngsten Landschaftspflegeaktion war eine Delegation des Flugsportvereins Herrenberg. "Der Einsatzort liegt dieses Mal recht nahe bei unserem Flugplatz. Daher sind wir trotz nasskaltem Wetter wieder mit vielen Piloten dabei", sagt Claudius Banani, der das Engagement der Herrenberger Flugsportler koordiniert hat.

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